Weil es in San Pedro praktisch keine Autos gibt, und mitten in der Wueste natuerlich auch sonst kein "Zivilisationslaerm" herrscht, konnten wir herrlich lange ausschlafen und ausgiebig in der Sonne sitzend fruehstuecken, lesen und erst einmal faul sein.
Anschliessend organisierten wir fleissig saemtliche Besichtigungstouren fuer die naechsten beiden Tage, besichtigten den Ort (das ging relativ schnell, San Pedro ist nicht allzu gross), und setzten uns, geruestet mit Empanadas als Mittagssnack, zum Lesen und Essen auf "unsere" Terrasse - herrlich!
Um 15 Uhr war's mit der Ruhe vorbei, und wir machten uns in einer Gruppe motivierter Menschen auf zum Sandboarding - dazu ging´s mit dem Kleinbus durchs Valle de la Muerte, das aussieht wie eine Star Wars-Filmkulisse, zu einer grossen Sandduene.
Anstrengend war zunaechst mal das Rauflaufen, einen Lift gibts hier logischerweise nicht... Oben erklaerte der Guide kurz die Grundlagen, und dann war Ueben angesagt: runterfahren, rauflaufen, runterfahren, rauflaufen... Und nach kuerzester Zeit hatten Norman und ich zwar in Grundzuegen "den Bogen raus", hatten den Sand aber auch wirklich ueberall.
Nach knapp zwei Stunden waren alle fix und fertig und "paniert", und wir machten uns auf in Richtung Valle de la Luna. Hier erklommen wir - gemeinsam mit einer Horde von Touristen - einen der Sandberge, um von oben den Sonnenuntergang in diesem "Mondtal" bestaunen zu koennen, der wieder ein Meer von Farben auf die sandigen Berghaenge und natuerlich die Wolken zauberte.
Tagsueber hat's in San Pedro in der Sonne mindestens 25 Grad, aber sobald sich die Sonne verabschiedet hat, wird's richtig (!) kalt, z.T. unter 20 Grad Minus, wie wir gleich am naechsten Tag erfahren sollten.
Um kurz nach vier war naemlich die zweite Wuestennacht zuende, denn ein Kleinbus mit einem sehr lustigen Fahrer und einem ueberaus netten und kompetenten Guide von Cactus Tour holte uns und ein Schweizer Paerchen um halb fuenf zur Besichtigung der Geysire ab. Obwohl wir zig Schichten anhatten, darunter natuerlich unsere Skiunterwaesche, froren wir schon bei der 2stuendigen Fahrt zum Vulkan El Tatio (4.200 m). Oben angekommen gab's ein leckeres Fruehstueck und v.a. viel heissen Kaffee, dazu eine erste Erklaerung unseres Guides ueber den Aufbau der Geysire (anschaulich aufbereitet unter Verwendung von Kuchenverpackung, einem Kuchenstueck, einer Teetasse und einem Teebeutel), und das alles bei -14 Grad Aussentemperatur. Danach wurden wir fuer eine Stunde auf das Geysir-Gelaende geschickt, wo kurz vor Sonnenaufgang der heisse Wasserdampf aus den unzaehligen heissen Quellen brodelte und sich in den Pfuetzen z.T. kochendes Wasser zeigte. Sehr huebsch, aber weils definitiv zu kalt draussen war, fluechteten wir uns recht schnell wieder ins Auto.
Das brachte uns in einstuendiger Fahrt zu den heissen Quellen von Puritama; nach einem kurzen und abenteuerlichen Abstieg standen wir an einer bluehenden Flusslandschaft, die wirklich wie eine Oase inmitten der ganzen Felsen und des Sandes aussah, und in der es Becken mit relativ warmem Wasser gab (ca. 25-28 Grad). Durchgefroren wie wir waren, huepften wir da natuerlich gleich rein, mussten uns aber vieler kleiner Fische erwehren, die ein bisschen an uns pickten, ausserdem war das Wasser halt nur "warm", und nicht richtig heiss. Dafuer war in der Zwischenzeit die Sonne aufgegangen, und sofort wurde es wieder richtig angenehm.
Zurueck zum Auto, und weiter ging's zum Cactus Forest, immer begleitet von lustigen Geschichten unserer beiden Guides, die uns chilenische Slangwoerter beibrachten, wirklich viel ueber die Umgebung wussten, und immer wieder Fotostopps fuer uns einlegten. Im Kaktuswald machten wir noch eine kleine Wanderung entlang der riesigen dort wachsenden Kakteen, und gegen 13 Uhr erreichten wir wieder San Pedro.
Eine heisse Dusche (Schwefelgeruch vom Thermenwasser!) und ein Empanada spaeter machten wir den kompletten Nachmittag ganz "suedamerikanisch" eine ausgiebige Siesta auf "unserer" Terrasse, bevor wir abends noch einmal ganz ausgezeichnet (und fuer chilenische Verhaeltnisse recht bezahlbar) im La Estaka speisten.
Wieder ausgeruestet mit Skiunterwaesche und saemtlichen verfuegbaren Klamotten, machten wir uns um 21 Uhr gemeinsam mit einem ganzen Bus voller interessierter Reisender (und das, obwohl auch in San Pedro momentan definitiv KEINE Saison ist) auf zum Sternegucken, und zwar zum ein paar Kilometer vom Ort entfernten und in der Wueste gelegenen Observatorium des franzoesischen Astronomen Alain Maury und seiner Frau.
Der Nachthimmel ueber der Atacama-Wueste ist wohl ideal zur Sternbeobachtung, da weit und breit keine "Lichtverschmutzung" die Sicht beeintraechtigt, die Luft sehr sauber ist und - da es ja keinen Niederschlag gibt - auch kaum Wolken am Himmel sind.
Und wirklich: allein der blosse Blick an den naechtlichen Sternenhimmel war beeindruckend: Tausende von Sternen, eine glasklar erkennbare Milchstrasse, dass "Kreuz des Suedens", viele Sternschnuppen,...
Aber damit nicht genug! Die beiden Astronomen Alain und Alejandra zeigten uns durch ihre vielen Teleskope Galaxien, Sternbilder, Planeten und erklaerten uns den Nachthimmel unglaublich anschaulich und lehrreich. Dazwischen durften wir uns immer wieder in der Huette aufwaermen, auch hier wieder sehr gut unterhalten vom mit Entertainerqualitaeten ausgestatteten "Chef des Hauses", und nachdem wir nach Stunden draussen durchgefroren waren, gab's sogar noch fuer jeden eine Tasse mit heisser Schokolade, waehrend alle gebannt im Kreis sitzend den Erklaerungen von Alain Maury lauschten. Fast wie eine Maerchenstunde!!!
Spaet nachts wurden wir dann mit einem Bus wieder zurueck ins schlafende San Pedro kutschiert.
Wieder ausschlafen, wieder ausgiebig in der Sonne fruehstuecken, packen, lesen, ein bisserl im Internetcafé sitzen - das war bisher das heutige Tagesprogramm.
Um kurz vor 17 Uhr erwartet uns die laengste Busstrecke: eine 16stuendige Fahrt an die Kueste nach La Serena, d.h. immer weiter suedwaerts.
13.6.09
Ankunft in San Pedro de Atacama (10.06.09)
Nach einem leckeren und sehr fischreichen Abendessen haben wir uns mal wieder von der Kueste und von Iquique verabschiedet und sind frueh am Morgen mit dem Taxi zum sehr feudalen, da in einem Haus im Kolonialstil gelegenen Busbahnhof aufgebrochen - nicht ohne unsere saemtliche Waesche, die zum Trocknen im Innenhof unseres Hostels hing, noch einzusammeln.
Auf der mehr als sechsstuendigen Fahrt mitten in die Atacama-Wueste, die uns zunaechst einige Stunden suedlich entlang der Kueste fuehrte, gab es nichts zu sehen ausser Sand, Sand, Sand, ein paar Pelikane und aermliche Huetten am Meer. Ungefaehr nach der Haelfte der Fahrt mussten alle Passagiere an einem "Grenzposten" aussteigen, und es wurden von einer eher unmotivierten Zolltante alle Koffer und Rucksaecke durchsucht - keine Ahnung, nach was.
Weiter gings Richtung Landesinnere zunaechst nach Calama, und immer noch nicht viel mehr zu sehen ausser Sand und Staub - kein Wunder in der "trockensten Wueste der Erde", wo es praktisch nie regnet.
In Calama hatten wir ein bisschen Aufenthalt, den wir mit E-Mailen und Eisessen verbrachten, und dann fuhren wir weitere 90 Minuten in die Oasenstadt San Pedro de Atacama; beeindruckend der Sonnenuntergang, den wir aus dem Busfenster bestaunen konnten, und der die Felsen in saemtlichen Rot-/Braun- und Gelbtoene tauchte.
In San Pedro angekommen, empfing uns erst einmal Dunkelheit, da hier der Strom rationiert wird und somit alle Strassenlaternen nicht funktionierten. Wir fanden trotzdem in die "Hauptstrasse", eine staubige Gasse umgeben von Restaurants, Touranbietern, Souvenierlaeden..., konnten uns schon ueber geplante Ausfluege informieren, bevor wir im Hostel Edén Atacameño eincheckten. Nach einer umfassenden Beratung ueber Sandboarding und einem fantastischen 3-Gaenge-Abendessen und Pisco Sours am Kaminfeuer genossen wir beim Heimweg noch den unglaublichen Sternenhimmel...
Auf der mehr als sechsstuendigen Fahrt mitten in die Atacama-Wueste, die uns zunaechst einige Stunden suedlich entlang der Kueste fuehrte, gab es nichts zu sehen ausser Sand, Sand, Sand, ein paar Pelikane und aermliche Huetten am Meer. Ungefaehr nach der Haelfte der Fahrt mussten alle Passagiere an einem "Grenzposten" aussteigen, und es wurden von einer eher unmotivierten Zolltante alle Koffer und Rucksaecke durchsucht - keine Ahnung, nach was.
Weiter gings Richtung Landesinnere zunaechst nach Calama, und immer noch nicht viel mehr zu sehen ausser Sand und Staub - kein Wunder in der "trockensten Wueste der Erde", wo es praktisch nie regnet.
In Calama hatten wir ein bisschen Aufenthalt, den wir mit E-Mailen und Eisessen verbrachten, und dann fuhren wir weitere 90 Minuten in die Oasenstadt San Pedro de Atacama; beeindruckend der Sonnenuntergang, den wir aus dem Busfenster bestaunen konnten, und der die Felsen in saemtlichen Rot-/Braun- und Gelbtoene tauchte.
In San Pedro angekommen, empfing uns erst einmal Dunkelheit, da hier der Strom rationiert wird und somit alle Strassenlaternen nicht funktionierten. Wir fanden trotzdem in die "Hauptstrasse", eine staubige Gasse umgeben von Restaurants, Touranbietern, Souvenierlaeden..., konnten uns schon ueber geplante Ausfluege informieren, bevor wir im Hostel Edén Atacameño eincheckten. Nach einer umfassenden Beratung ueber Sandboarding und einem fantastischen 3-Gaenge-Abendessen und Pisco Sours am Kaminfeuer genossen wir beim Heimweg noch den unglaublichen Sternenhimmel...
10.6.09
Salar de Surire - Iquique (08./09.06.09)
Auch der Morgen am Salar de Surire begann, nach anfaenglich wirklich sehr kalten Nacht, sehr frueh, denn wir wollten natuerlich unbedingt den Sonnenaufgang ueber dem Salzsee erleben, und so verliessen wir gegen 7 Uhr mit Sack und Pack die Unterkunft und machten uns mit dem Auto auf den Weg, bei -15 Grad draussen.
Natuerlich mussten wir alle fuenf Minuten eine Photopause einlegen, so umwerfend waren die Farben am Himmel und das Licht auf dem See, waehrend sich die Sonne langsam ueber die Gipfel arbeitete, und es endlich langsam, langsam waermer wurde draussen. Die Fruehstueckpause musste demnach auch warten, bis die Heizung im Auto endlich ihre Arbeit erfuellte :-)
Und so fuhren wir drei Stunden lang ueber eine relativ gut befahrbare Sandpiste nach Colchane, immer noch begeistert von der surrealen Umgebung. In Colchane, direkt wieder an der bolivianischen Grenze, fing dann die "Schnellstrasse" ins 250 km entfernte Iquique an, aber diese "Schnellstrasse" wurde auch alle 20 km unterbrochen von einer Schotterpiste, so dass auch diese Strecke einige Stunden dauerte.
Einen kurzen Halt unterwegs, kurz vor Huara, legten wir am "Gigante de Atacama" ein, einem Menschenbild, das vor knapp 3.000 Jahren mitten in der Wueste auf einen Berg "gemalt" wurde. Das fanden wir aber eher unspektakulaer und es sah auch nicht so aus, als ob das wirklich noch die Originalzeichnung ist...
Dank Auto konnten wir auch noch die Geisterstadt Humberstone und die dazugehoerige Fabrik Santa Laura besichtigen, die aus der Zeit des boomenden Salpeter-Abbaus in Chile stammt, und nach deren Schliessung im Jahr 1960 von allen Einwohnern verlassen wurde. Das war sehr interessant und erinnerte sehr an eine Stadt aus einem Western, leider war's zu heiss fuer eine wirklich ausgiebige Besichtigungstour ueber das weitlaeufige Gelaende, denn inzwischen war die Aussentemperatur auf 26 Grad gestiegen.
Die letzte Etappe des Tages fuehrte uns an riesigen Sandduenen vorbei in die Kuestenstadt Iquique (damit 4.000 m tiefer gelegen als der Salar de Surire, was man unseren Wasserflaschen auch dementsprechend ansah), dort checkten wir im Backpacker's Hostel ein, wo unser Zimmer das groesste Badezimmer hatte, das man sich vorstellen kann.
Nach Volltanken gaben wir schweren Herzens auch wieder unser Mietauto (das wir in knapp 3 Tagen komplett - innen wie aussen - mit Sand und Staub ueberzogen hatten) in der dortigen Niederlassung der Autovermietung zurueck, und weil wir einen Tag schneller waren als gedacht fiel der Preis zu unserer Freude auch deutlich niedriger aus.
Wir versuchten dann noch einen Strandspaziergang, doch im Suferparadies war's leider zu windig, dafuer sind die Wellen an der Pazifikkueste doch recht beeindruckend, und viele, viele Surfanfaenger sind zugange.
Den Abend beschlossen wir mit mexikanischem Essen und natuerlich Bier in einer sehr, sehr gut besuchten Bar, auch hier - wie fast ueberall in Chile bisher - nur Einheimische, denn in Chile ist noch viel weniger Reisesaison momentan als im Rest von Suedamerika. Dafuer sind die Preise fast "muenchnerisch", Chile ist mit Abstand bisher die teuerste Etappe unserer ganzen Reise. Das ist eben der Preis fuer die Sicherheit und den relativ "europaeischen" Lebensstandard hier.
Dringend brauchten wir nach der ganzen Herumfahrerei und v.a. der Friererei einen Tag Pause, u.a. zum Waesche-Waschen, und so machten wir uns einen faulen zweiten Tag in Iquique.
Ausser einem spaeten Fruehstueck, ein bisschen lesen am Strand (aber zu kalt/windig), ein paar Stuendchen im Internetcafé, einem Spaziergang durch die koloniale Innenstadt, Bustickets kaufen fuer die Weiterfahrt nach San Pedro de Atacama am naechsten Tag, einem Mittagssnack bzw. einem Nachmittags-Bierchen gab's nicht viel zu tun...
Natuerlich mussten wir alle fuenf Minuten eine Photopause einlegen, so umwerfend waren die Farben am Himmel und das Licht auf dem See, waehrend sich die Sonne langsam ueber die Gipfel arbeitete, und es endlich langsam, langsam waermer wurde draussen. Die Fruehstueckpause musste demnach auch warten, bis die Heizung im Auto endlich ihre Arbeit erfuellte :-)
Und so fuhren wir drei Stunden lang ueber eine relativ gut befahrbare Sandpiste nach Colchane, immer noch begeistert von der surrealen Umgebung. In Colchane, direkt wieder an der bolivianischen Grenze, fing dann die "Schnellstrasse" ins 250 km entfernte Iquique an, aber diese "Schnellstrasse" wurde auch alle 20 km unterbrochen von einer Schotterpiste, so dass auch diese Strecke einige Stunden dauerte.
Einen kurzen Halt unterwegs, kurz vor Huara, legten wir am "Gigante de Atacama" ein, einem Menschenbild, das vor knapp 3.000 Jahren mitten in der Wueste auf einen Berg "gemalt" wurde. Das fanden wir aber eher unspektakulaer und es sah auch nicht so aus, als ob das wirklich noch die Originalzeichnung ist...
Dank Auto konnten wir auch noch die Geisterstadt Humberstone und die dazugehoerige Fabrik Santa Laura besichtigen, die aus der Zeit des boomenden Salpeter-Abbaus in Chile stammt, und nach deren Schliessung im Jahr 1960 von allen Einwohnern verlassen wurde. Das war sehr interessant und erinnerte sehr an eine Stadt aus einem Western, leider war's zu heiss fuer eine wirklich ausgiebige Besichtigungstour ueber das weitlaeufige Gelaende, denn inzwischen war die Aussentemperatur auf 26 Grad gestiegen.
Die letzte Etappe des Tages fuehrte uns an riesigen Sandduenen vorbei in die Kuestenstadt Iquique (damit 4.000 m tiefer gelegen als der Salar de Surire, was man unseren Wasserflaschen auch dementsprechend ansah), dort checkten wir im Backpacker's Hostel ein, wo unser Zimmer das groesste Badezimmer hatte, das man sich vorstellen kann.
Nach Volltanken gaben wir schweren Herzens auch wieder unser Mietauto (das wir in knapp 3 Tagen komplett - innen wie aussen - mit Sand und Staub ueberzogen hatten) in der dortigen Niederlassung der Autovermietung zurueck, und weil wir einen Tag schneller waren als gedacht fiel der Preis zu unserer Freude auch deutlich niedriger aus.
Wir versuchten dann noch einen Strandspaziergang, doch im Suferparadies war's leider zu windig, dafuer sind die Wellen an der Pazifikkueste doch recht beeindruckend, und viele, viele Surfanfaenger sind zugange.
Den Abend beschlossen wir mit mexikanischem Essen und natuerlich Bier in einer sehr, sehr gut besuchten Bar, auch hier - wie fast ueberall in Chile bisher - nur Einheimische, denn in Chile ist noch viel weniger Reisesaison momentan als im Rest von Suedamerika. Dafuer sind die Preise fast "muenchnerisch", Chile ist mit Abstand bisher die teuerste Etappe unserer ganzen Reise. Das ist eben der Preis fuer die Sicherheit und den relativ "europaeischen" Lebensstandard hier.
Dringend brauchten wir nach der ganzen Herumfahrerei und v.a. der Friererei einen Tag Pause, u.a. zum Waesche-Waschen, und so machten wir uns einen faulen zweiten Tag in Iquique.
Ausser einem spaeten Fruehstueck, ein bisschen lesen am Strand (aber zu kalt/windig), ein paar Stuendchen im Internetcafé, einem Spaziergang durch die koloniale Innenstadt, Bustickets kaufen fuer die Weiterfahrt nach San Pedro de Atacama am naechsten Tag, einem Mittagssnack bzw. einem Nachmittags-Bierchen gab's nicht viel zu tun...
9.6.09
Salar de Surire (07.06.09)
Wieder mal frueh raus (um halb sieben!), die morgendlichen Dusche musste in Putre wegen der eisigen Wassertemperatur ausfallen, und so duesten wir bei Minusgraden um 7 Uhr morgens los Richtung Guallatire. Nach ein paar Kilometern asphaltierter Strasse verliessen wir diese, und los ging's ueber Sand- und Schotterpisten, auf denen wir immer wieder anhielten, um die tolle Aussicht und die vielen Vicuñas, die urploetzlich dauernd im Weg standen, zu photographieren, um eine Fruehstueckspause einzulegen und das Auto vom benebelnden Benzingeruch, der aus dem Kanister im Kofferraum stroemte, zu lueften.
Nach 2 Stunden kamen wir dann in Guallatire an, dort kontrollierte ein Polizist kurz unsere Fahrzeugpapiere, und wir spazierten zur Conaf-Niederlassung in dem winzigen Doerfchen, zu der uns der nette Herr in Arica geschickt hatte. Der Conaf-Mensch hier, Efrain, war erfreut ueber unseren Besuch, bot uns sogleich heissen Kaffee an (sehr willkommen!), und fragte uns, ob er uns sonst irgendwie helfen koenne. Aber wir hatten natuerlich auch hier wieder einen Auftrag, denn auch Efrain hat Ollie wohl vor ein paar Jahren bei dessen Besuch bei der Reparatur seines Mietautos geholfen, also sollten wir auch hier wieder ein nachtraegliches Dankeschoen ueberreichen. Efrain freute sich fast ein Loch in den Bauch, und liess sich auch bereitwillig noch mit uns photographieren.
Weiter fuhren wir ueber Sandpisten, die Gegend wurde immer mondaehnlicher, die Vicuña- und Lamaherden immer zahlreicher, und gegen halb zwoelf Uhr mittags erreichten wir die Conaf-Niederlassung am Salar de Surire, wo uns die beiden ansaessigen Ranger willkommen hiessen und uns unsere Unterkunft fuer die Nacht zeigten.
Dann machten wir uns auf zur Seerundfahrt, und erreichten nach kurzer Zeit die ueberaus fies nach Schwefel stinkenden heissen Quellen "Termas de Polloquere" (Foto hier). Die Lage ist natuerlich unschlagbar schoen, mitten in dieser Mondlandschaft, umgeben von schneebedeckten Gipfeln auf ueber 4.000 m Hoehe gelegen gibts einen See mit heissem Wasser! Allerdings waren die oertlichen Gegebenheiten noch etwas, naja, rudimentaerer als am Tag zuvor, denn es gab weder Umkleide noch Schwimmbecken, sondern einfach den natuerlichen See, der auch noch angefuellt war mit ekligem schwarzem Matsch. Egal, das hielt uns nicht ab, uns da drin ein Plaetzchen zu suchen, an dem man nicht sofort gar gekocht wurde, und plantschen eine ganze Weile vollkommen einsam und allein darin herum, bis eine chilenische Grossfamilie auf Sonntagsausflug dazustiess. Der Opa war vollkommen fasziniert von "unserem" schicken roten Auto und schlich immerzu darum herum :-)
Wir goennten uns nach dem Stinkebad einen Schluss vom Fertig-Pisco Sour aus dem Supermarkt und fuhren, lecker nach Schwefel riechend und die Haut grau vom Matsch weiter um dem Salzsee herum, entdeckten Lagunen voller Flamingos, viele Lama- und Vicuña-Skelette am Wegesrand und waren einfach begeistert.
Nach 66 km Rundfahrt kamen wir wieder am Conaf-Haus an, befuellten mit Hilfe des Rangers Leonardo unseren Tank und begeisterten uns an den vielen, vielen Vizcachas, die um das Haus herum auftauchten. Sobald die Sonne verschwunden war, wurde es richtig, richtig kalt (die Temperaturen sollten nachts unter 15 Grad Minus fallen!), und wir verschanzten uns in der Huette, genossen eine warme Dusche, bei der wir den Schwefelgeruch abspuelen konnten, kochten Pasta und tranken zusammen mit den beiden Rangern ein bisschen Wein. Die Konversation war zwar nicht ganz so einfach und schwankte zwischen Spanisch und Englisch, dennoch sassen wir eine ganze Weile zusammen und liessen uns einiges ueber deren Arbeit dort mitten im Nirgendwo erzaehlen.
Und dann ging's ins eisige (!) Stockbett...
Nach 2 Stunden kamen wir dann in Guallatire an, dort kontrollierte ein Polizist kurz unsere Fahrzeugpapiere, und wir spazierten zur Conaf-Niederlassung in dem winzigen Doerfchen, zu der uns der nette Herr in Arica geschickt hatte. Der Conaf-Mensch hier, Efrain, war erfreut ueber unseren Besuch, bot uns sogleich heissen Kaffee an (sehr willkommen!), und fragte uns, ob er uns sonst irgendwie helfen koenne. Aber wir hatten natuerlich auch hier wieder einen Auftrag, denn auch Efrain hat Ollie wohl vor ein paar Jahren bei dessen Besuch bei der Reparatur seines Mietautos geholfen, also sollten wir auch hier wieder ein nachtraegliches Dankeschoen ueberreichen. Efrain freute sich fast ein Loch in den Bauch, und liess sich auch bereitwillig noch mit uns photographieren.
Weiter fuhren wir ueber Sandpisten, die Gegend wurde immer mondaehnlicher, die Vicuña- und Lamaherden immer zahlreicher, und gegen halb zwoelf Uhr mittags erreichten wir die Conaf-Niederlassung am Salar de Surire, wo uns die beiden ansaessigen Ranger willkommen hiessen und uns unsere Unterkunft fuer die Nacht zeigten.
Dann machten wir uns auf zur Seerundfahrt, und erreichten nach kurzer Zeit die ueberaus fies nach Schwefel stinkenden heissen Quellen "Termas de Polloquere" (Foto hier). Die Lage ist natuerlich unschlagbar schoen, mitten in dieser Mondlandschaft, umgeben von schneebedeckten Gipfeln auf ueber 4.000 m Hoehe gelegen gibts einen See mit heissem Wasser! Allerdings waren die oertlichen Gegebenheiten noch etwas, naja, rudimentaerer als am Tag zuvor, denn es gab weder Umkleide noch Schwimmbecken, sondern einfach den natuerlichen See, der auch noch angefuellt war mit ekligem schwarzem Matsch. Egal, das hielt uns nicht ab, uns da drin ein Plaetzchen zu suchen, an dem man nicht sofort gar gekocht wurde, und plantschen eine ganze Weile vollkommen einsam und allein darin herum, bis eine chilenische Grossfamilie auf Sonntagsausflug dazustiess. Der Opa war vollkommen fasziniert von "unserem" schicken roten Auto und schlich immerzu darum herum :-)
Wir goennten uns nach dem Stinkebad einen Schluss vom Fertig-Pisco Sour aus dem Supermarkt und fuhren, lecker nach Schwefel riechend und die Haut grau vom Matsch weiter um dem Salzsee herum, entdeckten Lagunen voller Flamingos, viele Lama- und Vicuña-Skelette am Wegesrand und waren einfach begeistert.
Nach 66 km Rundfahrt kamen wir wieder am Conaf-Haus an, befuellten mit Hilfe des Rangers Leonardo unseren Tank und begeisterten uns an den vielen, vielen Vizcachas, die um das Haus herum auftauchten. Sobald die Sonne verschwunden war, wurde es richtig, richtig kalt (die Temperaturen sollten nachts unter 15 Grad Minus fallen!), und wir verschanzten uns in der Huette, genossen eine warme Dusche, bei der wir den Schwefelgeruch abspuelen konnten, kochten Pasta und tranken zusammen mit den beiden Rangern ein bisschen Wein. Die Konversation war zwar nicht ganz so einfach und schwankte zwischen Spanisch und Englisch, dennoch sassen wir eine ganze Weile zusammen und liessen uns einiges ueber deren Arbeit dort mitten im Nirgendwo erzaehlen.
Und dann ging's ins eisige (!) Stockbett...
Arica - Putre (06.06.09)
Einmal Ausschlafen und ein leckeres Fruehstueck spaeter holten wir "unser" Gefaehrt bei der Autovermietung ab, einen knallroten Suzuki Vitara, lotsten uns quer durch die Stadt (ein Lob an den mutigen Autofahrer Norman!) zum riesigsten Supermarkt und kauften dort unser Proviant fuer die naechsten 4 Tage.
Und dann ging's los Richtung Putre: zweieinhalb Stunden durch Sandberge, vorbei an sog. Cactus Candelabro und vielen, vielen Vicuñas z.T. steil bergauf nach Putre, einem kleinen, verschlafenen Dorf im Nationalpark Lauca auf 3.600 m Hoehe.
In Putre checkten wir im recht einfachen Hotel La Paloma ein und machten uns auf den Weg zur kleinen Polizeiwache vor Ort, da wir fuer Ollie den chilenischen Kollegen, die ihm vor ein paar Jahren bei der gleichen Tour geholfen haben, Geschenke uebergeben sollten. Die Herren dort freuten sich auch sehr, und schon hatten wir ein paar Freunde bei der oertlichen Polizei - das ist schliesslich nie verkehrt.
Unser schickes Auto nutzend fuhren wir als "Nachmittagsprogramm" zu den Termas Jurasi, natuerlichen heissen Quellen ca. 11 km von Putre entfernt. Dort fand sich - recht rudimentaer - eine kleine "Umkleidekabine" (= ein Verschlag aus Stein mit Vorhang davor), ein "Schwimmbecken" mitten am Berg sowie ein paar Wasserloecher mit "Fango" (also fies riechendem Matsch). Das Wasser war herrlich warm, die Sicht gigantisch, und zwei nette biertrinkende chilenische Jungs schenkten uns auch noch eine Dose kaltes Bier - das ist Urlaub!
Nachdem wir uns den Matsch abgewaschen hatten, fuhren wir zurueck nach Putre und machten uns auf die Suche nach Benzin - nicht so einfach in einem Dorf ohne Tankstelle. Nach zaehen Verhandlungen bekamen wir beim Tante Emma-Ladenbesitzer 10 l, die er direkt und unaufgefordert in unseren Tank leerte. Weil wir aber auf Nummer Sicher gehen wollten, wollten wir unbedingt zusaetzlich 20 Liter im Kanister zum Mitnehmen erwerben, die er uns aber nicht verkaufen wollte in Ermangelung eines Kanisters (er hatte nur mit Benzin gefuellte 5l-Wasserflaschen anzubieten). Daher bearbeiteten wir die Benzinverkaeuferin Nr. 2 im Ort so lange, bis sie uns endlich den ersehnten Kanister mitsamt Inhalt verkaufte. Der Deckel schloss zwar auch nicht so richtig, aber immerhin.
Abendessen im (fast) einzigen Restaurant des Ortes: Kuchu Marka - immerhin geheizt, was bei den eisigen Temperaturen nachts doch sehr angenehm ist. Essen in Ordnung, da es eh nur ein Menue gab, und man dort nur die Wahl des Hauptgangs hatte (wie immer: Fleisch in allen Variationen, sowie die Spezialitaet des Ortes Lllaita, ein Art Flussalge). Nach einer Runde "Stadt, Land, Fluss" gings ins kalte Bettchen.
Und dann ging's los Richtung Putre: zweieinhalb Stunden durch Sandberge, vorbei an sog. Cactus Candelabro und vielen, vielen Vicuñas z.T. steil bergauf nach Putre, einem kleinen, verschlafenen Dorf im Nationalpark Lauca auf 3.600 m Hoehe.
In Putre checkten wir im recht einfachen Hotel La Paloma ein und machten uns auf den Weg zur kleinen Polizeiwache vor Ort, da wir fuer Ollie den chilenischen Kollegen, die ihm vor ein paar Jahren bei der gleichen Tour geholfen haben, Geschenke uebergeben sollten. Die Herren dort freuten sich auch sehr, und schon hatten wir ein paar Freunde bei der oertlichen Polizei - das ist schliesslich nie verkehrt.
Unser schickes Auto nutzend fuhren wir als "Nachmittagsprogramm" zu den Termas Jurasi, natuerlichen heissen Quellen ca. 11 km von Putre entfernt. Dort fand sich - recht rudimentaer - eine kleine "Umkleidekabine" (= ein Verschlag aus Stein mit Vorhang davor), ein "Schwimmbecken" mitten am Berg sowie ein paar Wasserloecher mit "Fango" (also fies riechendem Matsch). Das Wasser war herrlich warm, die Sicht gigantisch, und zwei nette biertrinkende chilenische Jungs schenkten uns auch noch eine Dose kaltes Bier - das ist Urlaub!
Nachdem wir uns den Matsch abgewaschen hatten, fuhren wir zurueck nach Putre und machten uns auf die Suche nach Benzin - nicht so einfach in einem Dorf ohne Tankstelle. Nach zaehen Verhandlungen bekamen wir beim Tante Emma-Ladenbesitzer 10 l, die er direkt und unaufgefordert in unseren Tank leerte. Weil wir aber auf Nummer Sicher gehen wollten, wollten wir unbedingt zusaetzlich 20 Liter im Kanister zum Mitnehmen erwerben, die er uns aber nicht verkaufen wollte in Ermangelung eines Kanisters (er hatte nur mit Benzin gefuellte 5l-Wasserflaschen anzubieten). Daher bearbeiteten wir die Benzinverkaeuferin Nr. 2 im Ort so lange, bis sie uns endlich den ersehnten Kanister mitsamt Inhalt verkaufte. Der Deckel schloss zwar auch nicht so richtig, aber immerhin.
Abendessen im (fast) einzigen Restaurant des Ortes: Kuchu Marka - immerhin geheizt, was bei den eisigen Temperaturen nachts doch sehr angenehm ist. Essen in Ordnung, da es eh nur ein Menue gab, und man dort nur die Wahl des Hauptgangs hatte (wie immer: Fleisch in allen Variationen, sowie die Spezialitaet des Ortes Lllaita, ein Art Flussalge). Nach einer Runde "Stadt, Land, Fluss" gings ins kalte Bettchen.
Arica (05.06.09)
In der Tat in aller Herrgottsfruehe (um 5 Uhr, genau gesagt) klingelte der Wecker, und wir packten - inzwischen mehr als routiniert - in Windeseile unsere Rucksaecke, und liessen uns vom verschlafenen Nachtwaechter die Hoteltuer aufsperren, waehrend schon das Taxi auf uns wartete, das uns zum Busbahnhof bringen sollte.
Dort war zumindest schon ein bisschen Trubel (= viele verfrorene Bolivianer), und fast puenktlich fuhr dann auch der Bus los, der uns nach Chile chauffierte.
Die ersten drei Stunden Fahrt durchs Altiplano fuehrten in ruhiger Fahrt durch eine beeindruckende Landschaft (Berge, Felsen, Lamaherden und gefrorene Baeche), bis wir am bolivianischen Grenzposten den naechsten Stempel im Pass einsammeln mussten. Weiter gings 20 km durchs Niemandsland an die chilenische Grenze: neuer Einreisezettel, neuer Stempel, und hier wurde sogar saemtliches Gepaeck durchleuchtet wie am Flughafen. Unfassbar schoen hier am Grenzuebergang Chungará der Blick auf den Vulkan Parinacota und den Lago Chungará, in dem trotz der Eiskaelte die Flamingos standen.
Nun gings noch ein paar Stunden lang durch Chile Richtung Kueste, d.h. 4.000 m abwaerts durch eine mondaehnliche Berg- und Sandlandschaft, bis wir schliesslich nach 8 Stunden Busfahrt (zur Unterhaltung gabs "Braveheart" im Busfernsehen) im heissen Arica ankamen.
Nach Geldholen und -tauschen fuhren wir mit einem Taxifahrer, der uns natuerlich gleich mal wieder ein anderes Hotel aufquatschen wollte (aber nicht mit uns!), zum sehr huebschen Hotel Inti-Jaya, und brachen gleich wieder auf, um unseren geplanten Ausflug zum Salar de Surire zu organisieren.
Der Reisefuehrer schickte uns dazu zur Nationalparkverwaltung Conaf, wo uns zwei sehr nette Herren (Vater + Sohn) alle erdenklichen Infos zur Besichtigung des Salar lieferten, gleich zwei Betten in der Nationalpark-Unterkunft reservierten und uns ausserdem einen Zettel mit den Ansprechpartnern unterwegs ("Ayudáis mis amigos allemanes" - "Helft meinen deutschen Freunden") mitgab. Alles natuerlich wie immer auf Spanisch und mit Haenden und Fuessen, aber sehr engagiert.
Dermassen geruestet, spazierten wir auch gleich zur Autovermietung und reservierten einen Jeep fuer diesen Ausflug, und - da wir unseren Spanischkenntnissen nicht 100% vertrauten bzw. noch eine zweite Meinung einholen wollen - zur Touristinfo Nr. 2. Dort schloss uns ein nettes Maedel, das zum Glueck tatsaechlich Englisch sprach, sogar noch einmal den Laden auf und versorgte uns mit allen noetigen Infos/Karten... Derart geruestet, versorgten wir uns noch mit Caipirinha in der sehr, sehr westlichen Einkaufsstrasse Aricas, tranken Cerveza im Hotel und liessen uns dann mit dem Taxi zum erwaehlten Restaurant fahren. Der Taxifahrer war wie immer eigentlich bisher sehr redselig, erzaehlte uns, dass in Chile alles sicher sei im Gegensatz zum kriminellen Bolivien, wo eh "alle korrupt" seien, wohingegen man in Chile selbst nachts problemlos allein durch die Strassen spazieren koenne.
In der Tat macht alles hier in Chile einen sehr sauberen, geordneten Eindruck, und so wanderten wir wirklich bei Dunkelheit allein erstmals quer durch die Stadt, trafen im Restaurant auf einen exzellent englischsprechenden Kellner, der uns Unmengen an gegrilltem Fleisch servierte (untermalt von amerikanischer Swing-Weihnachtsmusik?!), und uns die Reste fuersorglich im Doggy-Bag einpackte, und gingen sogar zu Fuss spaetabends zurueck ins Hotel.
Dort war zumindest schon ein bisschen Trubel (= viele verfrorene Bolivianer), und fast puenktlich fuhr dann auch der Bus los, der uns nach Chile chauffierte.
Die ersten drei Stunden Fahrt durchs Altiplano fuehrten in ruhiger Fahrt durch eine beeindruckende Landschaft (Berge, Felsen, Lamaherden und gefrorene Baeche), bis wir am bolivianischen Grenzposten den naechsten Stempel im Pass einsammeln mussten. Weiter gings 20 km durchs Niemandsland an die chilenische Grenze: neuer Einreisezettel, neuer Stempel, und hier wurde sogar saemtliches Gepaeck durchleuchtet wie am Flughafen. Unfassbar schoen hier am Grenzuebergang Chungará der Blick auf den Vulkan Parinacota und den Lago Chungará, in dem trotz der Eiskaelte die Flamingos standen.
Nun gings noch ein paar Stunden lang durch Chile Richtung Kueste, d.h. 4.000 m abwaerts durch eine mondaehnliche Berg- und Sandlandschaft, bis wir schliesslich nach 8 Stunden Busfahrt (zur Unterhaltung gabs "Braveheart" im Busfernsehen) im heissen Arica ankamen.
Nach Geldholen und -tauschen fuhren wir mit einem Taxifahrer, der uns natuerlich gleich mal wieder ein anderes Hotel aufquatschen wollte (aber nicht mit uns!), zum sehr huebschen Hotel Inti-Jaya, und brachen gleich wieder auf, um unseren geplanten Ausflug zum Salar de Surire zu organisieren.
Der Reisefuehrer schickte uns dazu zur Nationalparkverwaltung Conaf, wo uns zwei sehr nette Herren (Vater + Sohn) alle erdenklichen Infos zur Besichtigung des Salar lieferten, gleich zwei Betten in der Nationalpark-Unterkunft reservierten und uns ausserdem einen Zettel mit den Ansprechpartnern unterwegs ("Ayudáis mis amigos allemanes" - "Helft meinen deutschen Freunden") mitgab. Alles natuerlich wie immer auf Spanisch und mit Haenden und Fuessen, aber sehr engagiert.
Dermassen geruestet, spazierten wir auch gleich zur Autovermietung und reservierten einen Jeep fuer diesen Ausflug, und - da wir unseren Spanischkenntnissen nicht 100% vertrauten bzw. noch eine zweite Meinung einholen wollen - zur Touristinfo Nr. 2. Dort schloss uns ein nettes Maedel, das zum Glueck tatsaechlich Englisch sprach, sogar noch einmal den Laden auf und versorgte uns mit allen noetigen Infos/Karten... Derart geruestet, versorgten wir uns noch mit Caipirinha in der sehr, sehr westlichen Einkaufsstrasse Aricas, tranken Cerveza im Hotel und liessen uns dann mit dem Taxi zum erwaehlten Restaurant fahren. Der Taxifahrer war wie immer eigentlich bisher sehr redselig, erzaehlte uns, dass in Chile alles sicher sei im Gegensatz zum kriminellen Bolivien, wo eh "alle korrupt" seien, wohingegen man in Chile selbst nachts problemlos allein durch die Strassen spazieren koenne.
In der Tat macht alles hier in Chile einen sehr sauberen, geordneten Eindruck, und so wanderten wir wirklich bei Dunkelheit allein erstmals quer durch die Stadt, trafen im Restaurant auf einen exzellent englischsprechenden Kellner, der uns Unmengen an gegrilltem Fleisch servierte (untermalt von amerikanischer Swing-Weihnachtsmusik?!), und uns die Reste fuersorglich im Doggy-Bag einpackte, und gingen sogar zu Fuss spaetabends zurueck ins Hotel.
4.6.09
La Paz (03./04.06.09)
Gesundheitlich immer noch ein wenig "angeschlagen (Schnupfen und - neu: Magenprobleme), verabschiedeten wir uns frueh morgens von Copacabana und fuhren mit dem Bus in mehr als drei Stunden - nur unterbrochen von der Faehrueberfahrt - nach La Paz.
Der Weg fuehrte ueber den hochgelegenen Stadtteil El Alto (der aber wohl mindestens genau so gross ist wie La Paz selbst) in die Stadt hinein, so dass man von oben einen beeindruckenden Blick sowohl ueber die gesamte, im Canyon gelegene Stadt hatte, deren Haeuser sich ueber saemtliche Haenge erstreckten, als auch auf den 6.400 m hohen "Hausberg" Illimani. La Paz selbst ruehmt sich, die hoechstgelegene Grosstadt der Welt zu sein (3.600 m), weshalb es in den hoeher gelegenen Stadtvierteln auch extrem kalt sein kann, waehrend es im Tal halbwegs angenehm ist (wenn auch immer noch ziemlich frisch).
Wir bezogen das Hotel Fuentes, machten eine kurze Siesta, und dann ging's auch schon los mit der Stadtbesichtigung: In der ganzen Stadt ist extrem viel los auf den Strassen und Gassen, am meisten wohl rund um die Plaza San Francisco, wo das Strasse-Ueberqueren durch die Unmengen an Minibussen ein echtes Abenteuer ist! Von dort gings steil bergauf (anstrengend!) auf die Plaza Murillo, wo sich der Regierungspalast befindet (obwohl - wie mir vorher gar nicht klar war, Bildungsluecke - La Paz NICHT die Hauptstadt Boliviens ist. Die ist naemlich Sucre).
Auch hier waren unheimlich viel Leute und Autos unterwegs, ein Wahnsinnsbetrieb. Zum Glueck machen die meisten Autos, waehrend sie im Stau / an der Ampel stehen, aus unerfindlichen Gruenden den Motor aus, sonst waer's in dem Talkessel wahrscheinlich ueberaupt nicht auszuhalten. Huebsch zu besichtigen war die Calle Jaén, die aelteste Gasse La Paz' mit sehr pittoresken Kolonialbauten.
Die Wirklichkeit holte uns dann auf dem Weg zum Busbahnhof ein, wo ein abartiger Verkehr herrschte. Drinnen waren saemtlichen Damen an den Verkaufsschaltern wie immer sehr hilfreich, und so konnten wir unsere Weiterfahrt nach Chile auch schon organisieren. Auch das Maedel an der dortigen Tourist-Info ueberschlug sich fast vor Freundlichkeit und guten Tipps - das ist wirklich sehr angenehm hier!
Wir stuerzten uns also gut geruestet mit Stadtplaenen wieder ins Getuemmel, diesmal durch die Maerkte - am beeindruckendsten hier der sog. "Hexenmarkt" rund um unser Hotel. Dort sitzen alte Indio-Weibchen an Staenden und verkaufen neben diversen Kraeutern auch getrocknete Lamafoeten (die sollen einem Haus Glueck bringen, wenn man sie beim Bau ins Mauerwerk einbaut), ausgestopfte Guerteltiere, Puelverchen gegen jedes erdenkliche Leiden und fuer jeden erdenklichen Wunsch, Gluecksbringer, Schlangenhaeute... Sehr seltsam, aber interessant.
Tag Zwei in La Paz nutzten wir fuer einen Tagesauflug nach Tiwanaku - mal wieder viele alte Steine also :-)
Allein schon die knapp 90 minuetige Fahrt wieder hinauf nach El Alto und durchs Altiplano war sehenswert, und dank der ausfuehrlichen Erklaerungen unseres Fuehrers war auch der Besuch bei den Ruinen wirklich hochinteressant. Mehr Infos zur Ruinenstaette siehe den Wikipedia-Artikel!
Auf den Fotos dort siehts zwar uebrigens ziemlich heiss aus, dem ist aber definitiv nicht so - ganz im Gegenteil muss man draussen eigentlich immer mindestens mit Jacke, wenn nicht sogar zusaetzlich mit Fleecepulli "bewaffnet" sein, weils wirklich v.a. im Schatten sehr kalt sein kann.
Nach einem Mittagessen fuhren wir mit dem Minibus dann wieder zurueck nach La Paz, und - da alle Insassen wie wild die Sicht auf La Paz City von oben photographierten - machten wir sogar noch einen Photostopp mitten auf der Schnellstrasse.
Da es so kalt ist und es kaum Niederschlag gibt, ist die Sicht hier wirklich unfassbar gut!
So, und nun habe ich die letzten Reisetage im Blog "aufgearbeitet", und gleich geht's zum Abendessen!
Morgen verabschieden wir uns dann auch schon in aller Herrgottfruehe aus Bolivien, um in 9 Stunden Busfahrt nach Arica in Chile zu gelangen.
Fortsetzung folgt!
Der Weg fuehrte ueber den hochgelegenen Stadtteil El Alto (der aber wohl mindestens genau so gross ist wie La Paz selbst) in die Stadt hinein, so dass man von oben einen beeindruckenden Blick sowohl ueber die gesamte, im Canyon gelegene Stadt hatte, deren Haeuser sich ueber saemtliche Haenge erstreckten, als auch auf den 6.400 m hohen "Hausberg" Illimani. La Paz selbst ruehmt sich, die hoechstgelegene Grosstadt der Welt zu sein (3.600 m), weshalb es in den hoeher gelegenen Stadtvierteln auch extrem kalt sein kann, waehrend es im Tal halbwegs angenehm ist (wenn auch immer noch ziemlich frisch).
Wir bezogen das Hotel Fuentes, machten eine kurze Siesta, und dann ging's auch schon los mit der Stadtbesichtigung: In der ganzen Stadt ist extrem viel los auf den Strassen und Gassen, am meisten wohl rund um die Plaza San Francisco, wo das Strasse-Ueberqueren durch die Unmengen an Minibussen ein echtes Abenteuer ist! Von dort gings steil bergauf (anstrengend!) auf die Plaza Murillo, wo sich der Regierungspalast befindet (obwohl - wie mir vorher gar nicht klar war, Bildungsluecke - La Paz NICHT die Hauptstadt Boliviens ist. Die ist naemlich Sucre).
Auch hier waren unheimlich viel Leute und Autos unterwegs, ein Wahnsinnsbetrieb. Zum Glueck machen die meisten Autos, waehrend sie im Stau / an der Ampel stehen, aus unerfindlichen Gruenden den Motor aus, sonst waer's in dem Talkessel wahrscheinlich ueberaupt nicht auszuhalten. Huebsch zu besichtigen war die Calle Jaén, die aelteste Gasse La Paz' mit sehr pittoresken Kolonialbauten.
Die Wirklichkeit holte uns dann auf dem Weg zum Busbahnhof ein, wo ein abartiger Verkehr herrschte. Drinnen waren saemtlichen Damen an den Verkaufsschaltern wie immer sehr hilfreich, und so konnten wir unsere Weiterfahrt nach Chile auch schon organisieren. Auch das Maedel an der dortigen Tourist-Info ueberschlug sich fast vor Freundlichkeit und guten Tipps - das ist wirklich sehr angenehm hier!
Wir stuerzten uns also gut geruestet mit Stadtplaenen wieder ins Getuemmel, diesmal durch die Maerkte - am beeindruckendsten hier der sog. "Hexenmarkt" rund um unser Hotel. Dort sitzen alte Indio-Weibchen an Staenden und verkaufen neben diversen Kraeutern auch getrocknete Lamafoeten (die sollen einem Haus Glueck bringen, wenn man sie beim Bau ins Mauerwerk einbaut), ausgestopfte Guerteltiere, Puelverchen gegen jedes erdenkliche Leiden und fuer jeden erdenklichen Wunsch, Gluecksbringer, Schlangenhaeute... Sehr seltsam, aber interessant.
Tag Zwei in La Paz nutzten wir fuer einen Tagesauflug nach Tiwanaku - mal wieder viele alte Steine also :-)
Allein schon die knapp 90 minuetige Fahrt wieder hinauf nach El Alto und durchs Altiplano war sehenswert, und dank der ausfuehrlichen Erklaerungen unseres Fuehrers war auch der Besuch bei den Ruinen wirklich hochinteressant. Mehr Infos zur Ruinenstaette siehe den Wikipedia-Artikel!
Auf den Fotos dort siehts zwar uebrigens ziemlich heiss aus, dem ist aber definitiv nicht so - ganz im Gegenteil muss man draussen eigentlich immer mindestens mit Jacke, wenn nicht sogar zusaetzlich mit Fleecepulli "bewaffnet" sein, weils wirklich v.a. im Schatten sehr kalt sein kann.
Nach einem Mittagessen fuhren wir mit dem Minibus dann wieder zurueck nach La Paz, und - da alle Insassen wie wild die Sicht auf La Paz City von oben photographierten - machten wir sogar noch einen Photostopp mitten auf der Schnellstrasse.
Da es so kalt ist und es kaum Niederschlag gibt, ist die Sicht hier wirklich unfassbar gut!
So, und nun habe ich die letzten Reisetage im Blog "aufgearbeitet", und gleich geht's zum Abendessen!
Morgen verabschieden wir uns dann auch schon in aller Herrgottfruehe aus Bolivien, um in 9 Stunden Busfahrt nach Arica in Chile zu gelangen.
Fortsetzung folgt!
Copacabana (01./02.06.09)
Die Strapazen der letzten Wochen und natuerlich die fiese Kaelte haben ihr erstes gesundheitliches Opfer gefordert, und Norman kaempft seit kurzem mit einem schweren Schnupfen. Deshalb waren wir auch gar nicht boese um einen Tag mehr am Titicacasee, den wir mit Ausschlafen, Lesen am Strand (zu kalt und schmutzig) etc. zum Ausruhen nutzen wollten - der erste richtig "ruhige" Tag seit einem Monat!
Um dem Schnupfen alles Noetige entgegenzusetzen, haben wir mittags auch flugs die Kirche in Copacabana mit der wundertaetigen Marienstatue (= wichtigster bolivianischer Wallfahrtsort) besucht, vielleicht hilft's ja?
Ansonsten waren wir sparsam mit unserem bisschen Bargeld, sassen stundenlang bei Saft und Tee lesend in einem Café-Garten und genossen die Sonne.
Nach einer Nachmittagssiesta erstiegen wir noch den Cerro Calvario, dem knapp 4.000 m hohen Hausberg Copacabanas, und genossen von dort oben einen huebschen Sonnenuntergang. Weils danach aber gleich wieder so richtig kalt wurde, stand wieder Abendessen im einzigen zur Auswahl stehenden Restaurant an, wo das ausgezeichnete Glas Weisswein gluecklicherweise nur umgerechnet 1 Euro kostete! :-)
Netterweise durften wir - mit dem Versprechen, zu bezahlen, sobald wir Bargeld bekommen haetten - am naechsten Tag eine Tour zur Isla del Sol unternehmen!
Bei der Abfahrt morgens um 8:30 Uhr am Hafen war's saukalt, das Wasser in den Pfuetzen war gefroren! Nach 2 Stunden Bootsfahrt erreichen wir die Nordseite der Insel, wo wir das Museo del Oro besuchten (aber nur ca. 5 Minuten lang, da nix zu sehen), und dann spazierten wir eine halbe Stunde lang zu den Inkaruinen Chincana. Die Inkas glaubten, dass der Sonnengott auf der Insel geboren sei, und bauten deshalb ein Heiligtum zur Anbetung dort.
Nach der Besichtigung wanderten wir knapp 3 Stunden lang einmal quer ueber die Insel - bergauf und bergab - immer mit einem herrlichen Blick ueber die Schneeberge am Festland, und bei wunderbarem Wetter. Allerdings war auch hier v.a. das Bergauflaufen recht anstrengend, da die hoechste Erhebung auch immerhin ueber 4.000 m betraegt.
Danach waren wir auf jeden Fall recht erledigt und genossen die ruhige Bootsfahrt zurueck nach Copacabana. Und dort konnten wir endlich (!) Bargeld in der einzigen Bankfiliale im Ort holen, unsere "Schulden" beim Tourveranstalter und im Hotel bezahlen und in ein Restaurant unserer Wahl zum Essen gehen!
Merke also: immer genuegend Bargeld im Geldbeutel haben, denn man weiss nie, wo der naechste Geldautomat zu finden ist!
Um dem Schnupfen alles Noetige entgegenzusetzen, haben wir mittags auch flugs die Kirche in Copacabana mit der wundertaetigen Marienstatue (= wichtigster bolivianischer Wallfahrtsort) besucht, vielleicht hilft's ja?
Ansonsten waren wir sparsam mit unserem bisschen Bargeld, sassen stundenlang bei Saft und Tee lesend in einem Café-Garten und genossen die Sonne.
Nach einer Nachmittagssiesta erstiegen wir noch den Cerro Calvario, dem knapp 4.000 m hohen Hausberg Copacabanas, und genossen von dort oben einen huebschen Sonnenuntergang. Weils danach aber gleich wieder so richtig kalt wurde, stand wieder Abendessen im einzigen zur Auswahl stehenden Restaurant an, wo das ausgezeichnete Glas Weisswein gluecklicherweise nur umgerechnet 1 Euro kostete! :-)
Netterweise durften wir - mit dem Versprechen, zu bezahlen, sobald wir Bargeld bekommen haetten - am naechsten Tag eine Tour zur Isla del Sol unternehmen!
Bei der Abfahrt morgens um 8:30 Uhr am Hafen war's saukalt, das Wasser in den Pfuetzen war gefroren! Nach 2 Stunden Bootsfahrt erreichen wir die Nordseite der Insel, wo wir das Museo del Oro besuchten (aber nur ca. 5 Minuten lang, da nix zu sehen), und dann spazierten wir eine halbe Stunde lang zu den Inkaruinen Chincana. Die Inkas glaubten, dass der Sonnengott auf der Insel geboren sei, und bauten deshalb ein Heiligtum zur Anbetung dort.
Nach der Besichtigung wanderten wir knapp 3 Stunden lang einmal quer ueber die Insel - bergauf und bergab - immer mit einem herrlichen Blick ueber die Schneeberge am Festland, und bei wunderbarem Wetter. Allerdings war auch hier v.a. das Bergauflaufen recht anstrengend, da die hoechste Erhebung auch immerhin ueber 4.000 m betraegt.
Danach waren wir auf jeden Fall recht erledigt und genossen die ruhige Bootsfahrt zurueck nach Copacabana. Und dort konnten wir endlich (!) Bargeld in der einzigen Bankfiliale im Ort holen, unsere "Schulden" beim Tourveranstalter und im Hotel bezahlen und in ein Restaurant unserer Wahl zum Essen gehen!
Merke also: immer genuegend Bargeld im Geldbeutel haben, denn man weiss nie, wo der naechste Geldautomat zu finden ist!
Puno / Copacabana (31.05.09)
Wach nach einer eiskalten Dusche (wie so oft in den letzten Wochen) und einem eher rudimentaeren Fruehstueck (dito) waren wir puenktlich um 8 Uhr fertig und wurden zu einer Besichtigung der "Floating Islands" auf dem Titicacasee abgeholt.
Dafuer ging's mit dem Boot (auf dem natuerlich wieder unaufgefordert ein "echt indianischer" Musiker "El cóndor pasa" floetete) auf eine der ca. 42 Inseln der Uros, die komplett aus Tortora-Schilf geflochten ist, und auch saemtliche Boote / Huetten etc. aus dem gleichen Material hergestellt sind. Unser Guide erklaerte uns mit Hilfe des Inselchefs die Herstellung solcher schwimmenden Inseln erklaerte und uns auch demonstierte, dass man mit dem Schilf nicht nur bauen und kochen, sondern die weissen Teile geschaelt auch essen kann.
Die lustigen Touristen wurden dann auch flugs auf die umtriebigen Uros-Damen (die riesige Stoff-Troddel unten an ihren langen Zoepfen haengen haben) verteilt, die sich jeweils ein Paerchen schnappten und diesem ihre Huette von innen zeigte. Dort war sogar das Bett aus Schilf, und dank Solarzellen gabs sogar einen kleinen Fernseher.
Danach war natuerlich "Shopping" angesagt, und auch wir investierten unsere paar letzten Soles in einen Kissenbezug aus Alpakawolle :-)
Wieder an Land, fuhren wir mit einer Rikscha zum Busbahnhof und von dort aus mit dem Bus ca. 2 1/2 Stunden lang nach Yunguyo, dem Grenzort zu Bolivien.
Ein umtriebiger Fahrradrikschafahrer bemaechtigte sich gleich unser und bot sich an, uns zur Grenze zu bringen; nicht bedenkend, dass diese leider ein ganzes Stueck hoeher liegt, so dass er schlussendlich sein Fahrrad mit unserem Gepaeck schob, waehrend wir abwechselnd nebenher liefen.
Der Grenzuebergang selbst war sehr unspektakulaer - kein Mensch ausser uns weit und breit, so dass die Grenzbeamten auf beiden Seiten sehr zu einem Schwaetzchen aufgelegt waren, waehrend sie uns weitere Stempel in die Paesse verabreichten.
In Bolivien tauschten wir unsere letzten 20 $ in ein paar mickrige Bolivianos um und fuhren mit einem Collectivo (ein Taxi, das erst dann losfaehrt, wenn's voll ist) nach Copacabana.
Das Staedtchen Copacabana heisst zwar so wie der beruehmte Strand in Brasilien, dort laedt der Titicacasee aber aufgrund der Aussen- und Wassertemperaturen (nachts hat's Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, und der See hat wohl um die 9 Grad) und der Infrastruktur nicht ganz so sehr zum Baden ein. Auch die Wasserqualitaet ist (auch durch die auf den Inseln lebenden Staemme, die natuerlich keine Klaeranlage haben) eher maessig...
In Copacabana bezogen wir das Hotel Utama, wo man uns erst einmal mitteilte, dass man dort nicht mit Kreditkarte bezahlen koenne und auch sonst kein einziger Geldautomat in der Stadt zu finden sei. Auch die einzige Bank, die Barauszahlungen auf Kreditkarten vornimmt, habe heute und am morgigen Tag (Achtung, Pfingsten!) leider geschlossen. Tja, und unser Bargeldvorrat zeigte knapp 20 $ an. Also klapperten wir alle "besseren" Hotels ab in der Hoffnung, dass dort, wo man mit Kreditkarte bezahlen kann, man uns auch Bargeld auszahlen koenne. Leider falsch, also beschlossen wir, einen Tag laenger als geplant in Copacabana zu bleiben, um unser Hotel dann bezahlen zu koennen.
Gluecklicherweise gab es ein einziges Restaurant mit Kartenzahlung in dem ganzen Ort!!!
Dafuer ging's mit dem Boot (auf dem natuerlich wieder unaufgefordert ein "echt indianischer" Musiker "El cóndor pasa" floetete) auf eine der ca. 42 Inseln der Uros, die komplett aus Tortora-Schilf geflochten ist, und auch saemtliche Boote / Huetten etc. aus dem gleichen Material hergestellt sind. Unser Guide erklaerte uns mit Hilfe des Inselchefs die Herstellung solcher schwimmenden Inseln erklaerte und uns auch demonstierte, dass man mit dem Schilf nicht nur bauen und kochen, sondern die weissen Teile geschaelt auch essen kann.
Die lustigen Touristen wurden dann auch flugs auf die umtriebigen Uros-Damen (die riesige Stoff-Troddel unten an ihren langen Zoepfen haengen haben) verteilt, die sich jeweils ein Paerchen schnappten und diesem ihre Huette von innen zeigte. Dort war sogar das Bett aus Schilf, und dank Solarzellen gabs sogar einen kleinen Fernseher.
Danach war natuerlich "Shopping" angesagt, und auch wir investierten unsere paar letzten Soles in einen Kissenbezug aus Alpakawolle :-)
Wieder an Land, fuhren wir mit einer Rikscha zum Busbahnhof und von dort aus mit dem Bus ca. 2 1/2 Stunden lang nach Yunguyo, dem Grenzort zu Bolivien.
Ein umtriebiger Fahrradrikschafahrer bemaechtigte sich gleich unser und bot sich an, uns zur Grenze zu bringen; nicht bedenkend, dass diese leider ein ganzes Stueck hoeher liegt, so dass er schlussendlich sein Fahrrad mit unserem Gepaeck schob, waehrend wir abwechselnd nebenher liefen.
Der Grenzuebergang selbst war sehr unspektakulaer - kein Mensch ausser uns weit und breit, so dass die Grenzbeamten auf beiden Seiten sehr zu einem Schwaetzchen aufgelegt waren, waehrend sie uns weitere Stempel in die Paesse verabreichten.
In Bolivien tauschten wir unsere letzten 20 $ in ein paar mickrige Bolivianos um und fuhren mit einem Collectivo (ein Taxi, das erst dann losfaehrt, wenn's voll ist) nach Copacabana.
Das Staedtchen Copacabana heisst zwar so wie der beruehmte Strand in Brasilien, dort laedt der Titicacasee aber aufgrund der Aussen- und Wassertemperaturen (nachts hat's Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, und der See hat wohl um die 9 Grad) und der Infrastruktur nicht ganz so sehr zum Baden ein. Auch die Wasserqualitaet ist (auch durch die auf den Inseln lebenden Staemme, die natuerlich keine Klaeranlage haben) eher maessig...
In Copacabana bezogen wir das Hotel Utama, wo man uns erst einmal mitteilte, dass man dort nicht mit Kreditkarte bezahlen koenne und auch sonst kein einziger Geldautomat in der Stadt zu finden sei. Auch die einzige Bank, die Barauszahlungen auf Kreditkarten vornimmt, habe heute und am morgigen Tag (Achtung, Pfingsten!) leider geschlossen. Tja, und unser Bargeldvorrat zeigte knapp 20 $ an. Also klapperten wir alle "besseren" Hotels ab in der Hoffnung, dass dort, wo man mit Kreditkarte bezahlen kann, man uns auch Bargeld auszahlen koenne. Leider falsch, also beschlossen wir, einen Tag laenger als geplant in Copacabana zu bleiben, um unser Hotel dann bezahlen zu koennen.
Gluecklicherweise gab es ein einziges Restaurant mit Kartenzahlung in dem ganzen Ort!!!
Puno (30.05.09)
Genug von Touristenmassen und Inkasteinen! Daher setzten wir uns, immer weiter unserer geplanten Reiseroute folgend, morgens - wieder tatkraeftig unterstuetzt von Mitarbeitern der diversen Busunternehmen - flugs in den Bus nach Puno (Titicacasee).
Das hiess: mehr als 7 Stunden Busfahrt durchs peruanische Altiplano; d.h. Steppenlandschaft, Lamaherden, und darueber thronend die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Real. Beeindruckend, so dass die Fahrt nicht langweilig wurde. Dafuer sorgten auch die diversen Indio-Damen, die waehrend der Tour Essen im Bus verkauften - etwas verstoert waren wir aber doch, als eine Indigena einstieg, und mitten im Bus anfing, mit einem Hackebeil ein ganzes gebratenes Schwein/Lamm (?) zu zerteilen und mitsamt gekochter Kartoffel an die hungrigen Passagiere zu verschachern.
Nachmittags gegen 16 Uhr waren wir nach ein paar Blicken auf den Titicacasee dann endlich in Puno, liessen uns mit dem Taxi zum Hostal Don Victor (mit Muffelzimmer, aber naja, war ja nur fuer eine Nacht) bringen und machten uns auf zur "Stadtbesichtigung", die in Puno eher mager ausfiel.
Stattdessen buchten wir fix eine Besichtigungstour fuer den naechsten Tag und gingen ausgiebig zum Abendessen, wo wir auch noch die letzten Postkarten fabrizierten, da wir dringend unsere peruanischen Briefmarken loswerden mussten, bevor's am naechsten Tag nach Bolivien weitergehen sollte. Netterweise schloss uns auch der nette Wachmann an der Post trotz der spaeten Stunde extra noch einmal auf, so dass wir die Karten auch noch auf den Weg bringen konnten.
Fatalerweise konnte man uebrigens in dem auserwaehlten Restaurant mit Kreditkarte bezahlen, so dass wir uns dagegen entschieden, noch einmal peruanische Soles am Geldautomaten zu holen - wie sich zeigen sollte, eine bloede Idee...
Das hiess: mehr als 7 Stunden Busfahrt durchs peruanische Altiplano; d.h. Steppenlandschaft, Lamaherden, und darueber thronend die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Real. Beeindruckend, so dass die Fahrt nicht langweilig wurde. Dafuer sorgten auch die diversen Indio-Damen, die waehrend der Tour Essen im Bus verkauften - etwas verstoert waren wir aber doch, als eine Indigena einstieg, und mitten im Bus anfing, mit einem Hackebeil ein ganzes gebratenes Schwein/Lamm (?) zu zerteilen und mitsamt gekochter Kartoffel an die hungrigen Passagiere zu verschachern.
Nachmittags gegen 16 Uhr waren wir nach ein paar Blicken auf den Titicacasee dann endlich in Puno, liessen uns mit dem Taxi zum Hostal Don Victor (mit Muffelzimmer, aber naja, war ja nur fuer eine Nacht) bringen und machten uns auf zur "Stadtbesichtigung", die in Puno eher mager ausfiel.
Stattdessen buchten wir fix eine Besichtigungstour fuer den naechsten Tag und gingen ausgiebig zum Abendessen, wo wir auch noch die letzten Postkarten fabrizierten, da wir dringend unsere peruanischen Briefmarken loswerden mussten, bevor's am naechsten Tag nach Bolivien weitergehen sollte. Netterweise schloss uns auch der nette Wachmann an der Post trotz der spaeten Stunde extra noch einmal auf, so dass wir die Karten auch noch auf den Weg bringen konnten.
Fatalerweise konnte man uebrigens in dem auserwaehlten Restaurant mit Kreditkarte bezahlen, so dass wir uns dagegen entschieden, noch einmal peruanische Soles am Geldautomaten zu holen - wie sich zeigen sollte, eine bloede Idee...
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