7.8.12

Honeymoon Suite

Hier ein paar kleine Bildchen von unserer bescheidenen Behausung:

Findet Nemo!

Ach herrje, wir haben gleich mal am zweiten Tag das Frühstück gepflegt verpennt. Insofern egal, als dass man hier im Resort mit der dreimal täglichen Vollverpflegung eh nicht mit dem Verhungern rechnen muss...
Und so sind die beiden folgenden Tage angefüllt mit Essen (hier gibt's 6 verschiedene Restaurants, natürlich auch ein indisches, wo Norman gleich mal eine Übungseinheit beim Abendunterhaltungs-Musiker bekommt), Trinken (Malibu mit Ananassaft auf unserer Terrasse), Joggen am Strand, Yogastunden und Trainingseinheiten im riesigen Fitnesscenter, Wasserskifahren und Schnorchelausflügen. Das Wetter ist herrlich, es ist nicht allzu heiß, also selbst abends noch angenehm draußen, nur das Meer ist auf Dauer ein wenig frisch.
Morgens werden wir geweckt vom Geschrei der zahlreichen "Irokesenvögel" (der richtige Name lautet wohl "bul bul"), und abends lässt es sich nur großzügig
mit Nobite besprüht aushalten, denn die Moskitos sind sehr hungrig... Eine gute Übung für Ostafrika.
Das Highlight am Montag war natürlich unser erster Tauchgang seit knapp zwei Jahren. Erst einmal haben wir uns gegenseitig wieder die ganzen Abläufe ins Gedächtnis gerufen, und wir haben einen sog. Check Dive unter Aufsicht gemacht. Dazu ging's mit dem Boot raus aufs Meer, ab ins Wasser und runter auf etwa 6 m. Dort durften wir dann ein paar Übungen absolvieren (z.B. vollgelaufene Maske unter Wasser ausleeren, Mundstück "verlieren" und wiederfinden...), und dann konnten wir loslegen - zwar noch ein wenig wackelig, aber das legte sich. Zu sehen gabs genug: Clownfische, Korallen, riesige Seegurken und Seeigel (die es hier abends beim Buffet als einheimische Spezialität gibt), scheue Tintenfische...
Die Zeit ging viel zu schnell vorbei, zum Glück haben wir gleich die nächsten Tauchgänge reserviert!

6.8.12

Bienvenue!

Der knapp sechsstündige Flug nach Dubai vergeht schnell - liegts an den diversen Gläschen Weißwein? Den sinnlosen Filmen (The Lorax?!?)? Dem unheimlich tollen A380? Jedenfalls landen wir unbeschadet kurz nach Mitternacht in Dubai, die Außentemperatur beträgt laut Durchsage noch gut 30 Grad. Davon merkt man aber natürlich im tiefgekühlten Flughafengebäude, in dem ein Wahnsinnsbetrieb ist, nichts. Wir finden zwei ruhige Plätze und ich schaffe es sogar, ein gutes Stündchen zusammengekauert zu schlafen. Um kurz nach 3 Uhr hebt der Flieger ab, nächster Stop: Mauritius.
Hier ist das Bordprogramm fad, also bleibt nur der Versuch, so gut und viel wie möglich zu schlafen. Irgendwann sind also auch diese sechs Stunden  vorüber, und wir landen im Regen morgens auf der Insel.
Unsere Rucksäcke sind die einzigen auf dem Gepäckband neben riesigen Rollkoffern, Golf- und Kosmetiktaschen. Wunderbarerweise wartet tatsächlich der vorbestellte Taxifahrer mit einem Namensschild am Ausgang und bugsiert uns schnell im Nieselregen zu seinem Wagen. Immerhin: viele Palmen rundherum und gut über 20 Grad. Auf unseren Wunsch hin führt uns ein Zwischenstopp zu einem Supermarkt, wo wir uns mit Saft und Cola eindecken (Ihr erinnert Euch an das Foto mit unseren Trinkflaschen drauf...), und werden dafür von unserem Fahrer sehr gelobt, da die Getränkepreise in den Hotels offenbar horrend sind.
Nach der einstündigen Fahrt stelle ich mal wieder fest, dass ich nix dazugelernt habe: vor solchen Autofahrten ist dringend Vomex einzunehmen! Als wir endlich im Trou aux biches Resort ankommen, ist mir wegen zigfachem Kreisverkehrgefahre und wilden Überholmanövern mal wieder schlecht...
Egal, denn im Hotel ist auf einmal alles ganz wunderbar: die Suite ein Traum, das Wetter klart auf, das Freizeitangebot ist riesig - kurz: Honeymoon!!!
Ein erster Strandbesuch, ein laaaanges Nachmittagsnickerchen, und dann der Schreck: es gibt einen Dresscode fürs Abendessen - und mein Rucksack gibt dafür nichts wirklich Passendes her. Die anderen weiblichen Gäste haben allesamt unfassbar hohe Schuhe dabei und schicke Kleidchen. Ich kann wahlweise mit Flipflops, meinen alten Laufschuhen oder den Bergstiefeln aufwarten. Egal, sehe trotzdem selbstredend wahnsinnig elegant aus!

5.8.12

Urlaubsbeginn

Ab wann fängt eigentlich der Urlaub an? An dem Vormittag, an dem man nicht mehr arbeiten muss, zuhause die letzten Dinge erledigt wie Kühlschrank abtauen, putzen, Bett abziehen, Socken fertigstricken? Oder in dem Moment, indem man sich den gefühlt tonnenschweren Rucksack auf den Rücken wuchtet, die Haustür abschließt und losgeht zur Bahn (und auf der Straße von wildfremden Passanten angesprochen wird, die "Schönen Urlaub" wünschen und hinterherschieben: "Das sieht ja wie Auswandern aus!")? Oder dann, wenn man verschwitzt in der Flughafen-S-Bahn sitzt und die Nebensitzerin sagt: Ihr strahlt ja dermaßen - offenbar freut ihr Euch auf einen tollen Urlaub! Wo soll's denn hingehen?" Auf jeden Fall ist der Augenblick, in dem man die Rucksäcke beim Check-In abgibt und feststellt, dass sie doch nicht Tonnen, sondern nur 17 bzw. 19 kg wiegen, schon sehr urlaubslaunig. Und dann steht da dieser wundervolle A380, in den man einsteigt, sofort einen Film startet, es sich mit Decke, Weißwein und Kopfhörern gemütlich macht, und der pünktlich und sanft Richtung Dubai losfliegt - spätestens dann fängt der Urlaub an, oder?!

30.7.12

Ich packe meinen Rucksack

Wir haben's getan: Norman und ich waren am Wochenenden fleißig und haben uns ans Packen gemacht.
Hier ein paar Impressionen:


Im Vordergrund: die Wäscheleine mit den frisch
in Nobite eingeweichten Klamotten und das Mückennetz.


Normans "Pack-Häufchen" - man beachte im Vordergrund
die Trinkflasche, bereits gefüllt mit...?! :-)


Meine noch recht übersichtlich anzusehende
Mitnehm-Stapeleien. Der größte Teil hängt noch zum Trocknen.
Und diesmal: keine Bücher dank Kindle!!!

Und wer mich kennt, weiß, dass ich natürlich eine ausgeklügelte, mehrseitige und höchst detaillierte Packliste zu Rate gezogen habe, die über die letzten Jahren recht ausgereift und damit sehr praktisch ist...

27.7.12

Eine Woche

So, ich habe gerade noch einmal nachgerechnet: noch 171 Stunden bis zum Abflug. Ja, ich weiß, das klingt jetzt ein bisserl seltsam, aber um ehrlich zu sein: ich bin urlaubsreif!
Ein langes (und sehr aufregendes) Jahr ist die letzte große Reise ja nun schon fast her, seitdem gab's zwar hin und wieder mal einen Kurzurlaub über ein langes Wochenende, aber da stellt sich die Erholung meist doch nicht ein. Es wird also wirklich Zeit, den Rucksack zu packen, das Handy auszuschalten und einfach mal wieder für ein paar Wochen lang von einem Tag auf den anderen zu planen, in den Tag hineinzuleben oder kurz und bündig: nicht erreichbar zu sein.
Noch ein paar Arbeitstage sind bis dahin durchzustehen, so langsam macht sich der Lagerkoller breit, ich schlafe schlecht und träume immerzu von (buchstäblich) vergeigten Kammerkonzerten und ähnlichem. Davon werde ich zunehmend wirr im Kopf, glaube ich.

Aber das ist das berühmte "Jammern auf hohem Niveau", schließlich ist ein Ende des Ganzen absehbar, und dann: Strand, Meer, Tauchen, ein Dodo-Museum (!), eine Suite im Trou aux biches-Resort, und das Wetter verspricht auch, ganz angenehm zu werden, dafür, dass in Afrika gerade tiefster Winter ist.
Also zähle ich weiter die Stunden...

2.7.12

Na endlich...

Und seit Freitag ist er da: der nigel-nagel-neue, druckfrische Lonely-Planet "Tanzania"!
Ein wenig konnten wir schon hineinblättern und -schnuppern, die Urlaubsvorfreude wächst sichtlich. Nur in zwei wichtigen Punkten kann uns der Reiseführer auch nicht weiterhelfen:

1. Braucht man für Tanzania einen internationalen Führerschein? Die Hauptaussage im LP ist - ebenso wie in diversen Reiseforen im Internet: "An international driver's license is not necessary, but can be useful." Aha.

2. Bei welchem der vielen Touranbieter buchen wir unsere Kilimandscharo-Besteigung?! Die Preise sind weitgehend gleich überall, die Routen natürlich auch, und wir haben inzwischen auch schon ein paar Empfehlungen von Freunden bekommen, so dass die ganze Sache langsam wirklich unübersichtlich wird...

Egal, bis dahin sind's ja noch ein paar Wochen, vielleicht gibt's eine Art göttliches Zeichen.

19.6.12

Da lacht die Malariamücke!

Die ersten wichtigen Ausrüstungsgegenstände für den Afrikaurlaub liegen schon im Regal bereit. Unter anderem ein Stapel Malariamedikamente, die ich gestern aus der Apotheke geholt habe...

Zur Afrika-Urlaubsvorbereitungen waren Norman und ich wie immer beim Tropeninstitut der LMU zur Impfsprechstunde. Das medizinische Fachpersonal dort setzt sich wirklich ausschließlich aus Ärzten zusammen, denen ich 100%ig vertraue, und das seit vielen Jahren. Denn diese Mediziner sind allesamt typische Exemplare der Spezies "Ärzte ohne Grenzen", die in Lazaretten mitten im Dschungel die schlimmsten Seuchen überstanden haben und nur ausgerüstet mit einer Glasscherbe operieren mussten. Zumindest in meiner Vorstellung. Und wenn ein solches Arzt-Exemplar sagt, dass wir unbedingt diese oder jene Impfung im jeweiligen Reiseland brauchen, dann glaube ich dem das uneingeschränkt.
Nun ja, und diesmal fragte der junge Doktor recht interessiert, wohin es denn genau in Afrika gehen solle. Auf unsere Antworten entgegnete er trocken: "Herzlichen Glückwunsch. In genau diesen Gebieten (ausgenommen der Kilimandscharo selbst) herrscht größtes Malariarisiko, und daher ist eine Dauerprophylaxe unbedingt notwendig." Na gut, wenn's eine Prophylaxe gibt, warum dann nicht. Aber das Ganze hat natürlich einen Haken: die handelsüblichen Medikamente dafür haben zum einen nämlich teils heftige Nebenwirkungen, zum anderen sind sie so richtig teuer (Das teurere der beiden Versionen verursacht recht häufig Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, das etwas günstigere dazu noch in seltenen Fällen Angstzustände und Depressionen). Und als uns der Arzt vorrechnet, dass wir zu zweit mit vier bzw. sieben Wochen Reisedauer inkl. Vorab-Prophylaxe und Nachbehandlung insgesamt 6 Packungen brauchen, muss man schon einmal kurz schlucken...

Ach so, für alle, die's noch nicht wissen, ein kleiner Reiseplan:
Wir fliegen am 3.8. (noch 45 Tage!!!) zunächst nach Mauritius ins Trou aux Biches-Resort, dort bleiben wir 10 Tage und werden vornehmlich tauchen und unsere Honeymoon-Suite genießen. Auf Umwegen gehts am 13.8. nach Dar-es-salaam in Tansania, dort werden wir noch ein wenig herumorganisieren und dann innerhalb von etwa 7 Tagen den Kilimandjaro erklimmen (und auch wieder heruntersteigen). Zur Erholung stehen vielleicht noch ein paar Tage Safari in der Serengeti (hach, ein Kindheitstraum wird wahr!) an, bevor wir auf dem Landweg nach Nairobi (Kenia) reisen.
Norman fliegt von dort aus Ende August nach Hause zurück, während ich ebenda Nitschi in Empfang nehme und drei Wochen lang mit ihr, einem Jeep, einem Zelt und (hoffentlich) viel Wein die kenianische Natur und Tierwelt unsicher machen werde, inkl. Abstechern zum Viktoriasee und vielleicht zum Mount Kenya.

28.10.11

Zusammenfassung und Schluss: die "Liste"

Nach 49 Tagen Reise durch Nepal und Indien (kursive Schreibung) hier nun „die Liste“, die eine Art Resumé sein soll – kurz, stichpunktartig, um die Fülle der Erlebnisse irgendwie zu bündeln:

Statistisches:
Bereiste Länder: 2 (Nepal und Indien)
Zeitumstellung: 3 ¾ Stunden (Nepal) bzw. 3 ½ Stunden (Indien)
Neue Stempel im Pass: 6 (plus 2 Visa)
Gelesene Bücher: 13 + 2 Reiseführer
Bereiste Kilometer: 250 km zu Fuß + 250 km mit dem Bus (Nepal) / 1.500 km von Delhi bis Kalkutta mit dem Zug, 2.500 km von Kalkutta nach Goa mit dem Flugzeug, 1.000 km von Goa über Hampi nach Kalkutta
Unterschiedliche Betten: 18 (Nepal), 8 (Indien), 4 Nächte im Zug
Gewicht des Rucksacks beim Hin- und Rückflug: 16 bzw. 15 kg
Höchster Punkt: Thorong-Pass (5.419 m)

Am Anfang:
In Kathmandu das Gefühl bei der Taxifahrt zum Hotel: endlich wieder Asien! Schlaglöcher, lebensmüde Taxifahrer, Straßenstände, Staub, Müll, Kühe – es ist herrlich!
Erster Eindruck in Delhi: die Rucksäcke werden auf das Taxidach verfrachtet und nicht festgebunden auf der Fahrt vom Flughafen in Delhi in die Innenstadt

Klimatisches
Heißester Tag: die ersten beiden Trekkingtage durch die Reisfelder / Delhi (Disneyland Tempel), 34 Grad in der Sonne
Kältester Tag: bei Schneegestöber oben am Thorong-Pass (unter 0 Grad) / Hampi morgens um 5 Uhr bei der Fahrt mit der Rikscha und in den Sundarbans abends auf dem Boot bei Regen, beides Mal etwa 25 Grad
--> September in Indien: zu heiß!

Unterkunft/Verpflegung
Beste Unterkunft: Beleza/Goa (und beim normalen Backpacker-Budget: Alka Hotel/Varanasi)
Schlimmste Unterkunft: Hotel Delite/Kalkutta
Bestes Essen: Café Mitra in Kathmandu und rein subjektiv sämtliches Essen während des Treks, da permanentes Hungergefühl / südindisch in Delhi und Café Basilico in Mumbai
Schlimmstes Essen: Maras Chicken Curry in Agra (daraufhin wurde sie zumindest temporär zum Vegetarismus bekehrt) und das Frühstück in Khajuraho mit dem Schimmeltoast
--> insgesamt waren Hotels und vor allem das Essen viel besser als erwartet
Seltsamstes Essen/Getränk: Paan, Bittermelonen, Kingfisher-Bier im 2l-Pitcher, Snickers Roll, Raksi (Reisschnaps)

Gepäck
Beliebtestes Accessoire:
Kopftuch (hilft gegen Sonne und Kälte gleichermaßen)
Geldkatze (der „Anschnallbauch“, gefüllt mit lecker riechendem Geld und immer (!) Klopapier
Lonely Planet (dazu die Frage von Nitschis Freundin im Vorfeld: „Willst Du den wirklich mitnehmen? Der ist doch so schwer?!“)
Schal zur Unterstützung der Mundatmung bei olfaktorisch besonders, naja, interessanten Orten sowie bei zu kalter Klimaanlage und bei Moschee-Besuchen; so ein Teil ist vielseitig einsetzbar

Gepäck, das sich als praktisch erwiesen hätte, wäre es denn im Rucksack gewesen:
Bessere Sonnencreme
das richtige Ladegerät
Bodylotion
Klingenschutz für den Rasierer

Überflüssige Gepäckstücke:
Regenschirm (zumindest meiner war nie in Benutzung und wurde am Ende des Treks auch an unseren Träger verschenkt)
Moskitonetz (in dreifacher Ausführung dabei, nie im Einsatz)
Stativ (zumindest, wenn die Mitreisende exakt das gleiche dabei hat)
Drei schlechte Bücher (= Mara hatte kein Glück mit dem Lesestoff)
Primaloft Jacke (so kalt war’s nun wirklich nie)

Unersetzliche und liebste Gepäckstücke:
Energy-Gummibärchen
Bücher!!!
Schlafsack (zumindest in Nepal unverzichtbar!)
Wäscheleine
Handhygienelotion (reinigt ohne Händewaschen!) und Hygienetücher in allen Geschmacksrichtungen
Instantkaffeepulver
Kindle
Kopfkissen
Nobite in zigfacher Ausführung
Schloss zum Anschließen der Rucksäcke

Verbrauchte Medikamente:
Vomex, Breitbandantiotikum, Nasenspray, Kopfschmerz- und Halswehtabletten

Vor Ort
Liebstes Tier: Lakshmi, der Tempelelefant in Hampi, und der Gecko in Goa, der ein wenig überambitioniert war, was die Größe seiner Mahlzeit anging, und die Streifenhörnchen
Anti-Tier: der Hund, der am Straßenrand in Agra das tote Schwein angefressen hat, sowie alle räudigen, sich kratzenden Hunde und natürlich die Mosquitos

Schlimmste Begegnungen:
- Christian aus Tirol im Hotel in Varanasi (nerviger Typ)
- Kellner im Café in Kalkutta, der immerzu unsere noch halbvollen Kaffeetassen abräumen wollte
- die nervtötenden Kartenspieler im überfüllten Zug aus Hampi
- der empfindliche Rikschafahrer in Varanasi, der mich fast aus seiner Rikscha geworfen hätte
- die beiden Moschee-„Türsteher“ in Delhi

Netteste Begegnungen:
- unser Trekking-Organisator Ngima und unser Träger Lhakpa
- unser Guide AJ und seine Bootskumpels in Sundarban
- Baba Blacksheep in Varanasi
- der ältere Herr, der Nitschi den Umgang mit Paan erklärt hat, in Mumbai
Und seeeeehr viele mehr!!!

Bewegendste Momente:
- in der Krankenstation des Ashrams in Delhi

No-go-area:
- Müllhalde mit Agra, direkt neben dem Taj Mahal, die als öffentliche Toilette genutzt wird
- General Post Office in Kalkutta (verschimmelt) und der Maidan Park (das soll ein Park sein?)
- Straßenüberquerungen auf 8spurigen vielbefahrenen Straßen ohne Ampel
- stehende Gewässer und Zuggleise sind gerade bei großer Hitze stets zu meiden (merke: da stinkts!)

Bester Einkauf: Softshelljacke von „North Face“, Kleider, Stoffe und Schals bei Baba Blacksheep in Varanasi
Schlechtester Einkauf: Nitschis Wohlfühlhosen vom Connaught Place in Delhi (Löcher und zu enge Bündchen!), Maras Flipflops aus Colva

Beste Sprüche/Wörter: „Was denkt der Inder?“, „In Ländern wie diesen…“, „Kakerlakerl“, „Chai!“, „Waaaaay too much! We came for [beliebigen Betrag einsetzen]!“, „No problem“, „Good price“, „süß“ [lispelnd ausgesprochen], „Der ganze Bua a Depp!“, „Diese Farben!“, Bisleri Wasser, „Finis? Sauer?“ [Der Inder kann kein „sch“ aussprechen, weshalb „finish“ und „shower“ meist so klangen], „Stop! In the name of love“, „We’re leaving – on a jet plane”, “Das schmeckt ja sogar?!” (eine erstaunte Mara bei einem ihrer ersten indischen Abendessen)

Beste Gesten: die komische Zählweise der Inder (immer ohne Daumen) und die Bizepsknutscherei in “Bodyguard”

Beste Schreibweisen: Waldoof Salat / Kichen (für „kitchen“), Hundai (Autoaufkleber hinten auf einem Taxi, das definitiv nicht von Hyundai war), Snakes (für „snacks“), Please Q (für „please queue“)

Reiseplanung

Preis-/Leistungsverhältnisse:
teuer: Sundarbans, Rikschas in Varanasi, Flughafenessen
billig: Lassis, Bananen, ein Kleid maßschneidern lassen

Nie mehr machen: 8 Stunden Busfahren bei offenem Fenster und Straßenstaub / nur 2 Stunden in Hampi verbringen
Wieder machen: mitten in Nepal in heißen Quellen herumsitzen / dem Pool im Hotel Khajuraho einen Besuch abstatten

Lust auf mehr: einen Trekking-Peak in der Everest-Region erklimmen / Rajasthan (Nitschi und Mara), Yoga-Ashram (Nitschi), Ayurveda in Kerala (Mara), Darjeeling, Bangalore und Busfahren (Nadine)

Wann merkt man, dass man lange genug unterwegs ist:
- wenn man sein T-Shirt nach 3 Tagen Dauertragen und heftigem Schwitzen für gut genug befindet und es einen weiteren Tag anzieht
- die Geldkatze mit dem Geld darin das dort aufbewahrte Klopapier dermaßen kontaminiert haben, dass es zum Himmel stinkt, es aber trotzdem auf der Toilette ohne Ekel noch benutzt wird
- wenn die Schönheitspflege alle paar Tage aus Augenbrauenzupfen und vielleicht einer Beinrasur besteht – und man nach der Rückkehr nach Hause erstmal lange überlegen muss, wie das mit dem Schminken eigentlich so vonstatten ging
- wenn man es für eine super Geschäftsidee hält, Gangeswasser abzufüllen und in kleinen Fläschen über den Homeshopping-Sender als die Super-Diät „GangaPur“ zu vertreiben

Und am Ende
Heimkommen: Frisches Bett, frische Klamotten, Obst, Salat, Käse, Wein, Kaffee!
Und: aufhören, lauthals über Leute zu reden, die direkt neben einem stehen

Verluste: Trekkingschuhe und –hose, Turnschuhe, Siggflasche, Nitschis Lieblingsschal, Honig aus Sundarban, diverse T-Shirts, Hosen, Nitschis Uhr, 3 schlechte und 4 gute Bücher, Monsuntampons (in der Packung aufgequollen von der Dauerfeuchtigkeit)

Was kann der Inder bis zum nächsten Mal bitte noch verbessern?
- Tischabräumverhalten ändern
- immerwährendes Rülpsen und Rotzen und Sackkratzen einstellen
- Geruchsoptimierung vornehmen
- Verbesserung des Fahrstils und Einstellen der Huperei
- Müll- und Straßenköterproblem lösen
- Zugeben, wenn er einfach mal keine Ahnung hat
- Versuchen, den schlechten Geschmack ein wenig zu verbessern, v.a. was Kleidung, Einrichtung und Musik angeht
- Schnurrbartmode überdenken

FAZIT:
Eigentlich waren’s streng genommen zwei total unterschiedliche Urlaube, die ich dieses Mal unternommen habe.

Die vier Wochen in Nepal, von denen wir drei Wochen in der totalen Bergeinsamkeit verbracht haben, waren trotz körperlicher Betätigung unglaublich erholsam und entspannend – der Kopf war aufgeräumt wie noch nie, die Natur unfassbar schön, das sportliche Erlebnis berauschend und die Nepalesen haben wir fest ins Herz geschlossen. Unserer Erfahrung nach sind sie lange nicht so aufdringlich wie Inder, und ein sicherlich nach wie vor bitterarmes Volk. Mit Pokhara und Kathmandu haben wir außerdem zwei überraschend schöne Städte kennengelernt. Das muss unbedingt wiederholt werden, am besten mit einer weiteren Trekkingtour. Und sobald wie möglich, solange wir noch einigermaßen trainiert sind! :-)

Nach dieser relativ ruhigen Zeit, in der mir nur eine mehrtägige fiese Rundumerkältung negativ in Erinnerung geblieben ist, ging’s dann ins wohl verrückteste Land der Welt. Es folgten drei Wochen voller Großstädte, Trubel, Lärm, Schmutz, aber auch herrlicher Erlebnisse, toller Gespräche mit den Mädels („3 Schützen für India“), mit tausenden neuen Eindrücke und dem Wunsch auch nach dem zweiten Besuch: ich will da unbedingt wieder hin!
Denn alles hier war längst nicht so schlimm, wie erwartet – vor allem Mara und Nitschi waren durchaus erleichtert, dass wir kaum von hungernden Kindern oder entstellten Obdachlosen angebettelt wurden und auch vom Brechdurchfall u.ä. verschont blieben.
Auch das Essen war nicht so scharf wie erwartet, und teilweise sogar für die „scharfe Mara“ viel zu fad. :-)

Der Werbespruch des indischen Tourismusamtes „Incredible India“ trifft in jedem Fall den Nagel auf den Kopf – in allen Bedeutungsrichtungen. Ein Land der Gegensätze, hier trifft dick (Frauen!) auf dünn (Männer!), arm auf reich, modisch schick auf seltsame Geschmäcker, ein Wechselbad der Gefühle eben. „Thums up“, sag ich da nur!

Allgemein war es wieder einmal perfekt, in der absoluten Nebensaison unterwegs zu sein. In Nepal waren wir quasi allein auf dem Trek, in Indien waren kaum andere Backpacker zu sehen. Und trotz Regen oder Hitze konnte ich so beide Länder in ihrer Ursprünglichkeit erleben, ohne den allzu großen Touristenrummel.