23.8.16

Von Quépos nach Bahia Drake (21.08.2016)

Um 7:30 Uhr marschieren wir bereits zum Frühstück - dort sind wir nicht alleine, außer uns tobt noch eine ganze Affenbande durch den Frühstücksraum und versucht von den unbewachten Tischen Essbares zu stibitzen.
Unsere Koffer sind gepackt, die immer noch nassen Badesachen und Handtücher verstaut - in der Luftfeuchtigkeit, die hier herrscht, trocknen die Sachen leider nicht mehr, v.a. wenn es die ganze Nacht regnet... Kurz nach 8 Uhr rollen wir los Richtung Süden. Quépos und auch die Schnellstraße ist praktisch leer, sonntags scheint hier nicht viel Verkehr zu sein, nur unzählige Rennradler düsen auf dem nicht vorhandenen Fahrradweg entlang der z.T. dreispurigen Straße, ein Tukan fliegt vorbei und ein paar überfahrene Waschbären liegen auf dem Asphalt.

Die 130 km auf die Halbinsel Osa schaffen wir in nicht einmal 2 Stunden, und da wir mehr als 3 Stunden dafür eingeplant hatten, bleibt genügend Zeit für eine kleine Pause, die wir beäugt von großen Geiern verbringen, und für einen schnellenn Supermarkteinkauf. Die Strecke ist hübsch, wir fahren immer dicht am Meer entlang und nähern uns der Grenze zu Panama. Wir fahren bei Palmar Süd von der Schnellstraße ab und es geht 15 km an Bananenplantagen entlang bis nach Sierpe. Dort gibt es einen bewachten Parkplatz, auf dem wir das Auto abstellen und ausladen.

Die Luft ist so heiß, dass ich schweißgebadet bin, sobald ich aus dem klimatisierten Wagen aussteige. Sierpe liegt am Fluss, dort holt uns nach einer halben Stunde Wartezeit ein Boot ab - Titus ist schon wieder hellauf begeistert! Es geht in rasanter Fahrt bestimmt 20 km weit durch den Fluss, immer entlang der dichten Mangrovenwälder, bis hinaus ins offene Meer. Unser kleiner Reisebegleiter schläft inzwischen, eingeschläfert durch das monotone Motorengeräusch, und merkt nicht einmal, dass wir ihm eine Schwimmweste anziehen, und dass das Boot über die hohen Wellen ganz schön abenteuerliche Hüpfer macht.

Zwar hätte man über die Halbinsel, die von einem dichten Urwald bewachsen und nur wenig touristisch erschlossen ist, auch mit dem Auto fahren können, doch man rät uns bei der Reservierung der Unterkunft davon ab. Zu unsicher seien die unbefestigten Straßen in der Regenzeit, zu groß die Wahrscheinlichkeit, dass wir unterwegs steckenbleiben oder einen der vielen Flüsse nicht durchfahren können. Also wählen wir eben die Anreise per Boot und sind damit deutlich entspannter!

Nach fast einer Stunde erreichen wir einen wunderschönen Sandstrand bei Drake's Bay, dort werden wir abgesetzt und stapfen mitsamt Gepäck und gerade aufwachendem Titus durch die warmen Wellen ans Ufer. Dort werden wir bereits erwartet und in das nahe gelegene Hotel "Pirate Cove" geleitet, beziehen eine kleine Hütte mit Meerblick und einer von Palmen umgebenen einer Terrasse mit gleich zwei Hängematten!
Das Hotel thront ein paar Meter über Meereshöhe am Hang, besteht insgesamt aus 7 solcher Hütten, dazu gibt es einen großen, an den Seiten offenen und überdachten Speisesaal, einen kleinen Pool und einen direkten Strandzugang. Ein echter Inseltraum! Vor allem gibt es hier eine eigene Tauchschule, und so klappt es hier hoffentlich endlich mit einem Tauchgang.

Den Rest des Tages erkunden wir ausgiebig den Pool und den schönen Sandstrand. Titus lässt sich nach langem Zureden sogar dazu überreden, mit mir gemeinsam auf einem großen Baumstamm, der in die Brandung ragt, Platz zu nehmen, den Wellen zuzugucken und die Füße ein bisschen ins Wasser zu halten, während Norman mal wieder Krebse jagt. So langsam entspannt sich Titus am Meer ein bisschen, wir verbringen eine schöne Stunde dort, bevor es um halb sechs anfängt zu regnen und wir unter die warme Dusche springen.

Beim Abendessen schüttet es draußen wie verrückt, und Titus amüsiert alle Gäste mit seinem Herumhopsen im Restaurant und seinen Besuchen in der Küche. Da es hier bereits wieder ab halb 7 stockfinster ist und es außer Lesen absolut nichts zu tun gibt, verziehen wir uns alle bald in unsere Hütte unter das Mückennetz.

21.8.16

Quépos - Fotos

Strandtag in Quépos (20.08.2016)

Ein langer und recht "fauler" Tag liegt hinter uns, ich sitze wieder einmal auf dem Balkon, die Frösche quaken lautstark, die Grillen zirpen, das Meer rauscht laut und beeindruckende Blitze zucken minütlich über den Himmel.
Norman bringt gerade den müden Titus ins Bett, und ich lasse den Tag Revue passieren.
Heute morgen, nach einer sehr ruhigen Nacht, haben meine Männer ungewöhnlich lange geschlafen. Ich liegen bereits ab halb acht Uhr wach im Bett und schmökere in meinem Krimi, gehe in Ruhe duschen und machen die Rolläden hoch, bis sich irgendwann beide Schlafmützen rühren.
Titus verlangt bald nach Müsli, und so frühstücken wir auf der Hotelterrasse mit Blick auf das Meer und Kapuzineräffchen über unseren Köpfen. Noch ist der Himmel wolkenverhangen, trotzdem ist es warm genug. Gegen 10 Uhr fahren wir los, diesmal darf Norman sich ins "Zip-Line-Abenteuer" wagen. Hier gibt es eine fest installierte Strecke, an der man am Seil hängend eine Art "Achterbahn" durch den Wald fahren kann. Die ganze Fahrt dauert nur knapp 2 Minuten, dafür geht es ordentlich auf und ab und Norman wird ganz schön durchgeschüttelt. Titus will auch mit, bekräftigt, dass er doch auch schon groß sei, aber da ist leider nichts zu machen.

Nach diesem kleinen Adrenalinkick fahren wir weiter bis nach Quépos in die "City" und bummeln ein bisschen durch die Straßen. Bei 30 Grad ist das aber eher ein "von Schatten zu Schatten" eilen, wir besorgen ein paar Souvenirs, finden ein Café, in dem es tatsächlich ordentlichen Kaffee gibt, und sind auf der Suche nach einer neuen Speicherkarte für unsere Kamera.
Im kleinen Supermarkt decken wir uns mit Essen und vor allem Eis ein, schaffen es aber kaum, das Eis zu essen, bevor es uns wegschmilzt, so heiß ist es draußen.
Also geht es zurück ins Hotel, und die nächsten 3 Stunden verbringen wir gemeinsam an wunderschönen Strand. Gemeinsam erbauen wir eine große Murmelbahn, Norman rollt große Stücke Treibholz dafür an, Titus schaufelt Sand, ich hole Wasser, suche "Murmeln" (Kerne und getrocknete Früchte, die das Meer anspült) und glätte die Bahn. Mit dem Ergebnis sind wir alle sehr zufrieden, und machen zur Stärkung ein Picknick.
Beim anschließenden Strandspaziergang weigert sich Titus, am Wasser entlangzulaufen. Da inzwischen die Flut einsetzt, ist kaum noch trockener Strand da, also setzt Norman ihn sich kurzerhand auf die Schultern. Wir gucken den Surfern zu, hier reiht sich eine Surfschule an die nächste, dieser Teil Costa Ricas ist für seine Surf-Spots bekannt.

Auch mich zieht es in die warmen Fluten, die Wellen haben eine beachtliche Höhe, genau richtig, um ordentlich darin herumzuhüpfen, sich von der Strömung an den Strand spülen zu lassen und hin und wieder auch durchgewaschen zu werden. Titus sitzt derweilt vergnügt am Strand, ihm genügt es offenbar völlig, zuzugucken, und so gesellt sich Norman bald auch ins Wasser. Gemeinsam tollen wir in dne Wellen herum, bei den Wassertemperaturen macht das richtig Spaß!
Fix und fertig schnappen wir uns Titus und gehen mit ihm noch in den Hotelpool. Es regnet wieder, wie jeden Nachmittag, doch das stört uns nicht und wir plantschen eine Ewigkeit herum. Titus ist hier im Pool überhaupt nicht wasserscheu, ganz im Gegenteil schwimmt er wie wild, lässt sich ins Wasser werfen und protestiert lautstark, als wir mit schrumpeligen Fingern dann endlich unter die warme Dusche wollen.

Wir können ihn nur mit der Aussicht auf gemeinsames Kofferpacken, das er so liebt, und einen anschließenden "Cocktail" (für uns Guaro Sour, für ihn Mangosaft on ice) locken. Zum Abendessen gibt es im Restaurant ein paar wenige Minuten Autofahrt entfernt wieder mal eine eigene Kinderkarte (wie fast überall hier), der Kinderstuhl wird ohne Aufforderung gebracht, und die Pasta mit Tomatensauce scheint zu schmecken. Titus verputzt zusätzlich noch die Maiskolben von unseren Grilltellern und bekommt netterweise vom Kellner gleich noch Mais-Nachschub serviert. Das Kind ist glücklich, und freut sich wie jeden Abend aufs Zubettgehen - Titus genießt es, dass immer einer von uns solange bei ihm liegt, bis er schläft, weil wir ja alle Zeit der Welt haben.

20.8.16

Quépos/Manuel Antonio - Fotos

Sámara - Fotos

Nationalpark Manuel Antonio (19.08.2016)

Wir haben eine unruhige Nacht hinter uns, Titus war von Alpträumen geplagt, und so stehen wir erst um halb acht auf und machen uns auf die Suche nach dem Frühstücksbüffet. Dieses finden wir auf der großen Terrasse direkt am Strand, wir sind von dem schönen Ausblick sehr angetan. Das Essen ist zwar nicht so doll (Reis mit Bohnen, matschige Kochbananen und schrecklicher Kaffee, und Titus wird beim Verspeisen seines Marmeladetoast von Wespen belagert), doch die auf dem Geländer und in den Bäumen herumturnenden Kapuzineräffchen entschädigen uns.
Auf dem Rasen tummeln sich buchstäblich auf Schritt und Tritt meterlange Echsen, die die ersten Sonnenstrahlen genießen.

Wir machen uns auf in den 2 km entferten Nationalpark "Manuel Antonio", der eine der Hauptattraktionen Costa Ricas sein soll. Das merken wir bereits bei der Anfahrt, an jeder Kurve stehen bereits selbsternannte Parkwächter, winken die Autos zu sich und wollen Geld für den angeblich einzigen offiziellen Parkplatz. Nicht mit uns. Norman ignoriert jeden, der sich ihm in den Weg stellt und ihm entweder einen Parkplatz anbieten oder sich uns als Parkführer andienen will, solange erfolgreich, bis wir direkt vor dem Eingangstor des Nationalparks stehen. Direkt  davor gibt es einen Parkplatz, den uns der Hüter desselben nach kurzer Verhandlung auch für schlappe 2.000 Colones (gut 3 Euro) überlässt.
Norman reiht sich ein in die Schlange vor dem Kassenhäuschen, ich ziehe Titus und mir die Wanderschuhe an, was bei gut 30 Grad und etwa 80 Prozent Luftfeuchtigkeit gar nicht so einfach ist. Mir rinnt der Schweiß herunter, Titus hat komplett nasse Haare, und wir sind froh, als wir endlich den halbwegs schattigen Park betreten können. Vor dem Eingang stehen Kokosnuss- und Getränkeverkäufer dicht an dicht, ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten, so touristisch haben wir Costa Rica bislang noch nicht erlebt. Auch jetzt in der absoluten Nebensaison ist hier ganz schön viel los!
Wir beschließen, den Park auf eigene Faust, ohne Guide, zu erkunden, und tun gut daran, denn die Tiere finden wir allein dadurch, dass sie meist durch eine große Schar Touristen mit Ferngläsern, Handys und Fotoapparaten bewaffnet gekennzeichnet sind, die am Wegrand stehen und in die Bäume starren.
So sehen wir gleich mehrere Faultiere aus nächster Nähe, eine grüne Schlange ringelt sich vor uns am Wegrand entlang, und riesige Spinnennetze hängen zwischen den Ästen der großen Bäume. Krebse krabbeln im morastigen Boden herum, Vögel zwitschern, Brüllaffen sind zu hören.
Bald erreichen wir den ersten der vielen Strände, die zu diesem Nationalpark gehören. Titus schreit nach einem Picknick und sucht uns einen "super-super-mäßigen Platz" dafür aus. Ich muss zugeben, dass dieser Strand wirklcih sehr schön ist, durch vorgelagerte Inseln ist das Wasser in dieser Bucht sehr ruhig, fast ohne Wellen, und hat gut und gerne 27 Grad. Der Sand ist fein, die Kokospalmen spenden Schatten - und außer uns sind noch etwa 500 andere Touristen und costaricanische Familien hier. Alles tummelt sich im Meer, und diese Gelegenheit nutzt ein frecher Waschbär, um die Taschen nach Essbarem zu durchsuchen.
Titus buddelt selig im Sand, weigert sich wieder einmal, das Meer auch nur mit den Zehenspitzen zu betreten ("Ich bin wasserscheu!"), und so verbringen wir ein paar gemütliche Stunden. Als Highlight kommt noch ein Rudel Kapuzineräffchen (" Cappuccino-Äffchen", nennt Titus sie) vorbei und klettert sehr fotogen mitsamt Babys auf dem Rücken direkt vor uns durch die Äste.

Ich bin sehr froh, dass zu den Annehmlichkeiten dieses Parks Duschen an jedem Strand gehören, und wasche mir den Sand ab, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Mit jedem Schritt nach draußen wird es heißer, obwohl von fern schon wieder Gewitterdonner zu hören ist. Zurück im Hotel stärken wir uns erst einmal mit Pizza, dann hüpfen wir in den erstaunlich kühlen Pool. Inzwischen regnet es, doch das stört niemanden. Direkt im Baum, der über den Pool ragt, hängt ein Faultier über unseren Köpfen. Es hangelt possierlich nach den Blättern und ist für ein Faultier erstaunlich aktiv dabei.
Während wir einen Cocktail zum Sonnenuntergang trinken (Titus ist sehr begeistert von seinem "Virgin Pina Colada"), hüpfen wieder Kapuzineräffchen durch die Palmen. Eigentlich hätten wir den Besuch im Nationalpark gar nicht gebraucht!

Von Sámara nach Quépos (18.08.2016)

Um kurz vor 9 Uhr sitzen wir bereits im Auto, und ein letztes Mal wagen wir die wilde Fahrt über die Holperstraße durch den Fluss hindurch bis nach Sámara. Ein kurzer Stopp am Geldautomaten, dann versuchen wir den Weg nach Playa Nayanara zu finden. Die Beschilderung lässt zu wünschen übrig, unsere Karte ist ungenau, aber Normans untrüglicher Orientierungssinn sorgt dafür, dass wir den richtigen Abzweig finden und bald mit gut 60 km/h über eine zwar ungeteerte, aber sehr gepflegte Straße fahren. Außer uns ist kaum jemand unterwegs, die wenigen Fußgänger und Autofahrer grüßen stets freundlich. Wir passieren winzige Dörfer, kommen vorbei an Kuhweiden, immer entlang des Rio Oro. Steil und vor allem kurvig geht es hinauf in die Berge, von oben hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer, und nach einer aufregenden Fahrt über einen Grat geht es auf der anderen Seite wieder hinunter Richtung Golf von Nicoya. Titus hält auf dem Rücksitz ein Vormittagsnickerchen und wacht pünktlich auf, als wir um kurz nach 11 Uhr den Hafen erreichen.

Wir haben Glück, gerade legt die Fähre an. Um uns die Zeit zu vertreiben, machen wir ein Picknick im Auto, unsere Kühltasche ist gut gefüllt mit Brot, Käse, Bananen, Ananas und Keksen. Es ist viel zu heiß, um das klimatisierte Auto zu verlassen, deutlich über 30 Grad werden es sein, und so bleiben wir im Auto, bis wir nach etwa einer Stunde endlich auf die Fähre fahren dürfen. Titus kann gar nicht fassen, dass man mit einem Auto auf ein Schiff drauffahren kann!
Wir setzen uns aufs Oberdeck und genießen das Lüftchen, das hier weht. Es gibt viel zu gucken, zig Pelikane kreisen über uns und schießen hin und wieder aufs Wasser hinab, um Fische zu jagen. Endlich geht die Fahrt los, und mehr als eine Stunde lang tuckern wir in gemächlichem Tempo über den Golf von Nicoya. Das Wetter auf dem Festland scheint wirklcih schlecht zu sein, weithin sind die dicken schwarzen Wolken, der Regen und vor allem die vielen Blitze zu sehen, die mit ohrenbetäubendem Donner einhergehen. Und wir fahren auf diese Unwetterfront zu!

Als wir endlich in Puntarenas am Hafen anlegen, gießt es wie aus Kübeln, und so sind wir froh, direkt mit dem Auto Richtung Süden weiterfahren zu können.
Der Hafen ist riesig, es dauert, bis wir ihn und die ganze Stadt hinter uns gelassen haben. Nach wie vor werden wir aus der Karte und der Beschilderung nicht so ganz schlau, doch irgendwann haben wir die richtige Schnellstraße erreicht. Die Scheibenwischer arbeiten auf Hochtouren, draußen ist alles grau und nass, das Meer ist aufgewühlt, doch das Thermometer zeigt immer noch 27 Grad an. Wir finden endlich einen halbwegs vernünftigen Radiosender und so geht es 3 Stunden lang weiter bis Quépos. Obwohl es von Puntarenas nur etwa 130 km sind, zieht sich die Strecke, da auf der Landstraße kaum jemals schneller als 80 km/h gefahren werden kann und immer wieder große Laster und Busse zu riskanten Überholmanövern führen.
Titus hält wieder einmal erstaunlich gut durch, wir bespaßen ihn mit Singen, einem Stopp an einer Tankstelle, wo er ein Eis kaufen darf, und ich setze mich am Schluss zu ihm nach hinten und mache Quatsch.

Endlich erreichen wir Quépos. Dort wollen wir sogleich im örtlichen Tauchshop nachfragen, ob wir den einen oder anderen Tauchgang machen können. Wieder suchen wir ewig, bis wir das Geschäft finden, die Herumfahrerei nervt alle, und als wir endlich fündig werden, ist es leider geschlossen.
Also geht die Fahrt weiter, wir suchen unser Hotel. Nach 5 km am Meer entlang werden wir endlich fündig und checken nach insgesamt mehr als 8 Stunden Reisedauer im Hotel Karahé ein. Die nette Rezeptionistin bietet an, sogleich beim Tauchgeschäft anzurufen und einen Tauchgang für uns zu arrangieren. Leider ist es aber nicht möglich, Titus mit aufs Boot zu nehmen, anscheinend sind Kinder nicht erlaubt, und so fällt unser Plan flach, denn der Vorschlag, Titus doch einfach einer englisch- oder spanischsprachigen Babysitterin anzuvertrauen, gefällt uns nicht so recht. Also vertagen wir noch einmal unsere Tauchpläne...
Unser Zimmer ist zwar sehr klein, dafür aber ganz neu und mit einem schönen Balkon ausgestattet, von dem man aus das Meer rauschen hört.
Bis wir uns einigermaßen eingerichtet haben, ist es schon wieder stockfinster, also verschieben wir die Strandbesichtigung und marschieren die steile und enge Küstenstraße hinauf auf der Suche nach einem Restaurant. Bereits in der zweiten Kehre wird Norman fast von einem herumturnenden Waschbär über den Haufen gerannt.
Wir sind heute total erledigt, so eine lange Autofahrt ist ganz schön anstrengend, und nach dem reichlichen Abendessen mit Pommes für Titus, Salat für mich und viel frischem Fisch für Norman und einem kurzen Spaziergang fallen wir alle zusammen ins Bett.

18.8.16

Am Drahtseil - Sámara (17.08.2016)

Weil mir das ewige "Am-Strand-Herumliegen" nun wirklich zu langweilig wird, habe ich mir heute ein neues Abenteuer gesucht: ich gehe zum Zip-Lining!
Nach einem faulen Vormittag am Pool und einen mittleren Wutanfall von Titus, der sich darüber beschwert hat, dass Norman am Morgen Milch (!) in sein Müsli (!) gegeben hat, lasse ich mich von den Männern um 12 Uhr beim Büro der Canopy-Veranstalter absetzen.
Mit mir sind noch eine texanische Familie mit zwei Kindern an Bord, und nachdem wir allesamt mit Klettergurten, Bandschlingen, Karabinern, Rollbremsen und Handschuhen versorgt wurden, marschieren wir ein gutes Stück in den Regenwald hinein.
Über eine wackelige Hängebrücke geht es hinauf auf die erste Plattform, die um den Stamm eines großen Baumes gebaut ist. Eine kurze Einweisung, ein Mitarbeiter seilt mich ein, und los geht die Fahrt an der viele Meter langen Seilrutsche mitten durch den Wald. Um auf die Plattform am anderen Ende zu kommen, muss man das Bremsen, dass dank der Handschuhe gut funktioniert, gut austarieren - zum Glück steht ein Profi bereits dort und nimmt mich in Empfang, clippt mich aus dem Seil und wartet auf den nächsten.
So geht es Seillänge um Seillänge, was für ein Spaß! Die Fahrten sind erstaunlich schnell, und so langsam haben wir alle den Bogen raus, wie wir die Geschwindigkeit kontrollieren können. Am meisten beeindruckt mich die Unerschrockenheit der beiden Kindern, vor allem die Vierjährige rauscht immer wie eine Gewehrkugel los und verzieht dabei keine Miene. Das wäre nichts für Titus!
Nach etwa 5 Seilrutschen bereiten die beiden Mitarbeiter, die uns begleiten, ein kleines Mittagessen mit frischer Ananas, Wassermelone, Keksen und Getränken auf einer Plattform zu. Wir bleiben natürlich alle angeseilt, und genießen unser Picknick etwa 15 m über dem Boden. Ein neugieriger Leguan klettert vom Baumstamm herunter und gesellt sich zu uns; die etwa 2 m lange Echse scheint diese Veranstaltung zu kennen und lässt sich bereitwillig mit Obst füttern.
Als alle gestärkt sind, geht die wilde Fahrt weiter. An zwei Stationen müssen wir uns senkrecht 12 m vom Baum abseilen, um zur nächsten Plattform zu gelangen. Dank meines Hochtourenkurses kürzlich habe ich offenbar meine Angst vor solchen Aktionen verloren, das Abspringen ins Bodenlose lässt mich relativ kalt, vertraue ich doch den Seilen, Karabinern und Achtern...
Immer wieder kreuzen große Schmetterlinge unsere Bahn, die Brüllaffen sind weithin zu hören, und wir sind alle wegen der feuchten Hitze (sicher mehr als 30 Grad) schweißgebadet, obwohl wir uns außer ein paar kleinen Anstiegen kaum bewegen.
Nach mehr als 3 Stunden lassen wir uns von einem Baum direkt auf die Straße unter uns abseilen und sind wieder zurück am Ausgangspunkt.

Dort werde ich schon von Norman und Titus erwartet, die ein paar Stunden am Strand verbracht haben. Auf der rumpeligen Rückfahrt, nach der inzwischen praktisch alltäglichen Durchquerung des Flusses, entdecken wir in den Bäumen direkt am Weg ein ganzes Rudel von Brüllaffen, die dort friedlich umherklettern und Blätter fressen. Ich könnte den Tieren stundenlang zuschauen, doch Titus kräht recht bald: "Genug Affen geguckt, ich will in den Pool!", und so erfüllen wir ihm den Wunsch und plantschen zu dritt fast eine Stunde lang im Schwimmingpool unseres Hotels. Das Wasser ist gerade noch ein bisschen kühler als die Luft, so dass sich selbst Frostbeule Titus zu einem Bad überreden lässt.
Da der kleine Kerl heute seinen Mittagsschlaf geschwänzt hat, ist er bereits beim Abendessen so müde, dass er sich freut, endlich ins Bett gehen zu dürfen, und schon um kurz nach 20 Uhr selig schlummert.
Norman und ich nutzen den "freien" Abend, trinken den einheimischen Schnaps Guaro, dazu Dosenbier und zocken Karten draußen auf unserer Terrasse, während es am Himmel schon wieder blitzt und das Donnern des Meeres deutlich zu hören ist.

17.8.16

Strandtag 2 in Sámara (16.08.2016)

Mist, die Sonne gestern war noch viel stärker als gedacht, Norman und ich haben beide einen ordentlichen Sonnenbrand, obwohl zumindest ich mich mit der 30er-Sonnencreme einigermaßen eingecremt hatte. Titus hat zum Glück nur auf dem Handrücken zwei kleine gerötete Stellen, seine UV-Schutzkleidung hat gut funktioniert, ebenso die 50er-Sonnencreme.

Heute morgen gibt es frischgebackene Pancakes mit Früchten für uns alle, Titus muss ab und zu in der Küche vorbeischauen, so ungeduldig ist er, bis die endlich fertig sind. Leider kommen ihm dabei immer mal wieder die beiden großen und sehr, sehr friedlichen Hunde des Besitzers in die Quere, vor denen er eine Heidenangst hat, sobald sie ihm zu nahe kommen.

Während ich ein paar T-Shirts rauswasche, besuchen Norman und Titus die Schafe und Hühner, und bald geht es los an den Strand. Hotelchef Rainer hat uns den Strand südlich von Sámara empfohlen und tatsächlich kommt hier wegen der vielen Palmen fast karibisches Feeling auf. Außer ist mal wieder kaum jemand da, das Meer ist pipiwarm, die Wellen genau richtig hoch, um darin herumzuhüpfen, und "zum Glück" ziehen dicke Wolken auf und verdeckt die Sonne - es hat trotzdem noch gut 29 Grad, das reicht uns völlig!
Stundenlang versuchen wir, Titus dazu zu bewegen, mit uns ins Meer zu kommen, doch nach wie vor wird er panisch, wenn wir uns der Wasserlinie nähern. Selbst auf dem Arm weint er los, will "raus, raus, raus!" - keine Chance! Na gut, also machen wir erstmal ein Picknick mit Käsebrot, Gurke und Keksen, allerdings sind wir jetzt schon allesamt mit dem feinen Sand paniert und das Essen wird dadurch etwas kompliziert.
Die Herren beschäftigen sich wieder mit der Erbauung einer Murmelbahn, ich darf immerhin als Wasserträger fungieren und jage zwischendurch die kleinen Krebse, die sich im Sand eingraben, sobald eine Welle kommt.

Als ich zum Himmel blicke, sehe ich schwarze Regenwolken, also packen wir zusammen, versuchen, uns notdürftig vom Sand zu säubern, und treten den Heimweg an. In Sámara erstehe ich in einer Apotheke noch schnell was gegen unseren Sonnenbrand, und bei der üblichen Flussdurchquerung filme ich diesmal, wie Norman professionell durch die Fluten lenkt.
Vorbei geht es an einer großen schlossartigen Mauer, an deren Eingang ein imposantes Wärterhäuschen und Tor mit modernsten Überwachungsanlangen steht. Wir mutmaßen, dass dieses Anwesen möglicherweise Mel Gibson gehört, der hier in Sámara tatsächlich ein Grundstück besitzt...

Ich bin froh, unter der Dusche endlich den kratzigen, juckenden Sand abzuwaschen - ich hasse Sandstrände und mir ist es ein Rätsel, wie man Tage damit zubringen kann, am Strand herumzuliegen. Viel schöner ist es, im warmen Pool zu schwimmen und herumzutoben. Ich frage verschiedene Unterkünfte an, die auf unserer weiteren Reiseroute liegen, während Titus einen Mittagsschlaf hält, danach gibt es Bananen und Ananas für alle.
Als ich gerade das Geschirr am Waschbecken abspüle, springt mir ein etwa 10-12 cm großer Skorpion auf die Hand. Meinen Schreckensschrei hören auch Norman und Titus unter der Dusche. Ich stülpe einen Kochtopf über das Riesenvieh und überlasse dem Mann das Feld.
Der sammelt todesmutig den Skorpion ein und zeigt ihn den Hotelangestellten - die aber nur herzlich lachen...

Pünktlich um 18 Uhr geht die Sonne unter und die Parkbeleuchtung (= Glühwürmchen) geht an. Wir bekommen ein leckeres Abendessen, und als Titus seine Portion Reis mit Gemüse aufgegessen hat, verlangt er noch die Hälfte meiner Pasta und einen großen Löffel von Normans Reis, den er anschließend mit einem großen Glas frischem Mangosaft hinunterspült.
Immer noch sind wir fast alleine hier im Hotel, es ist herrlich ruhig. Immer wieder spähen große Leguane über die Dachbalken der Restaurants, auf den großen Blätter der Bananenbäume sitzen Eidechsen und die Brüllaffen machen einen unglaublichen Lärm. Paradiesisch!

16.8.16

Strandtag 1 in Sámara (15.08.2016)

Die Nacht ist kurz, bereits um 4 Uhr beginnt der Hahn, durchdringend und im 10-Sekunden-Takt zu krähen, und es ist viel zu warm, um noch zu schlafen. Wir dösen also nur noch, bis Titus um halb 7 seine morgendliche Schmuseattacke startet. Der Hahn schreit immer noch, seltsame Vogellaute sind zu hören, ebenso ein paar Brüllaffen.
Im hellen Tageslicht sheen wir erst, wie schön und gepflegt dieses Hotelgelände ist, überall stehen indianisch angehauchte Statuen herum, denen Titus artig allesamt einen Guten Morgen wünscht. Kolibris schwirren, die Kokosnüsse plumsen herunter, während wir fürchterlichen Kaffee trinken und eine Kleinigkeit frühstücken.

Wir wollen zum Strand, also marschieren wir die 500 m durch den Wald bis zum Meer, und alleine auf dieser Strecke sehen wir handtellergroße Krebse, die sich scheu sofort in ihre Löcher zurückziehen, sobald Titus mit dem Fuß aufstampft, außerdem einen Kaiman, ein katzengroßes Eichhörnchen (?), und überall in den Bäumen raschelt es.
Der Playa Buenavista liegt in einer Bucht und ist über mehrere Kilometer lang, feinster Sandstrand liegt hier, doch kein Schatten weit und breit. Momentan ist der Himmel noch bedeckt, doch verspricht es wieder ein sehr heißer Tag zu werden. Die Wellen sind hier am Pazifik recht wild, das Meer ist aufgewühlt, und nur ein paar wenige Surfer versuchen ihr Glück.

Norman und Titus bauen zwei Stunden lang ganz vertieft eine Murmelbahn, während ich alle paar Minuten ins Meer laufe, das leider kaum Abkühlung bringt. Im Wasser neben mir schaukelt eine ganze Horde brauner Pelikane, und angeblich gibt es hier am Strand auch Schildkrötennester.
Als die beiden Murmelbahn-Bauer fertig sind, sind sie von oben bis unten mit Sand paniert und schweißgebadet, doch Titus lässt sich nicht überzeugen, mit uns ins Meer zu gehen, zu groß ist seine Angst vor den Wellen. Wir waschen ihn notdürftig ab, und da es nun wirklich zu heiß wird, treten wir den Rückweg an. In den hoteleigenen Pool hüpft Titus dann aber mit großer Begeisterung, stundenlang wird darin geplantscht und geschwommen, das Wasser hat Badewannentemperatur und außer ist kein Mensch weit und breit.
Wir machen ein kleines Picknick mit den Resten unserer Einkäufe, und wieder geht es ins Wasser. In den Bäumen über uns klettern Echsen herum, und Norman hofft vergebens, ein Faultier zu erspähen.
Endlich können wir Titus zu einem Mittagsschlaf überreden, wir sind froh über die Pause, haben wir heute doch alle genug Sonne abbekommen.

Am späten Nachmittag wagen wir die Fahrt nach Sámara, auf Anraten Rainers auf einer neuen Route. Die Durchquerung des etwa 10 m breiten Flüsschens klappt bestens, und so stehen wir nach 25minütiger Fahrt mit völlig verdrecktem Auto im Städtchen vor der einzigen Tauchschule - die leider geschlossen hat. Offenbar nimmt man hier die "Nebensaison" ernst, weit und breit finden wir keinen einzigen anderen Anbieter von Tauchtouren. Wir sind enttäuscht, hatten wir uns doch darauf gefreut, endlich mal wieder unter Wasser zu gehen. Aber vielleicht klappt es ja noch bei einer unserer nächsten Stationen...

Also ab in den Supermarkt, wo wir unter Anleitung von Titus fürs morgige Picknick einkaufen,und danach an den Strand. Hier in Sámara ist ganz schön was los, ein Strandrestaurant reiht sich an das nächste, im Sand wird Beachvolleyball und Fußball gespielt, und: "Schau mal, Mama, die Männer werfen einen Teller! - genau, da wird Frisbee gespielt.
Wir spazieren die Bucht entlang, nicken den Polizisten, die auf Motorrädern patroullieren zu und kehren dann gegen 18 Uhr in ein Lokal ein, da es dunkel wird.
Gestärkt nach Burritos, Pommes, Saftschorle bzw. Caipirinha geht es zurück in unsere Unterkunft, wir sind stolz, dass wir den Weg im Stockfinstern problemlos finden, und sobald Titus im Bett ist, trinken Norman und ich noch ein kaltes Bier und erfreuen uns an den hunderten von Glühwürmchen im Gras vor uns.