10.5.09

Nochmal: Galápagos (06.-10.05.09)

Leider, leider haben wir am Sonntag "unser" Schiff (XAVIER III) verlassen, und fuenf wundervolle Tage auf Galápagos sind vorbei... :-(

Es ist ein Traum! Das allergroesste Glueck war zunaechst einmal, dass wir eine sehr kleine Gruppe von sieben Leuten (darunter Vertreter aus Japan, Kanada, Ungarn und eben Deutschland) auf einem fuer 16 Personen ausgerichteten Boot waren. Unsere Mitreisenden waren alle durchweg im selben Alter wie wir, und wir hatten - auch dank unserem kundigen Guide Willow - einen Riesenspass zusammen. Die Crew an Bord war sehr nett, und v.a. der Koch ein Genie, der uns mehrfach am Tag begeisterte!

Aber das waren nur die aeusseren Umstaende - eigentlich beeindruckend sind natuerlich die Inseln.

Aber der Reihe nach:

TAG 1
- Eintritt auf die Inseln, zahlbar am Flughafen: 100 $. Dort wird auch saemtliches Gepaeck sowie die Haende der Einreisenden desinfiziert, damit man keine fremden Insekten/Samen mit ins Naturschutzgebiet bringt.
- Spaziergang durch Punta Ayora/Santa Cruz, Charles Darwin Foundation (siehe vorhergehender Blogeintrag)
- auf dem Schiff sitzen stundenlang Pelikane und lassen sich durch nichts stoeren
- starker Seegang, daher alle mehr oder minder seekrank und frueh ins Bett

TAG 2
- beim Fruehstueck sitzen Fregattvoegel direkt neben uns
- Landgang ueber Plazas: unzaehlige Land Iguanas, bruetende Moewen, Salamander (die hier ueberhaupt nicht scheu sind)
- bei der 2stuendigen Schifffahrt nach Santa Fé fliegen sehr ausdauernde Fregattvoegel mit
- nachmittags: Schnorcheln mit sehr (!) verspielten Seeloewen + Fischschwaermen
- Wanderung ueber Santa Fé: Kolonien von Seeloewen am Strand, Landleguane zum Drueberstolpern
- Vorstellung der Crew, Begruessungscocktail und Film ueber die Galapagos-Inseln


TAG 3
- 2stuendiger Spaziergang ueber Floreana: Flamingos, Salamander, dicke Krebse, Nester von Schildkroeten, Seeloewen...
- Schnorcheln rund um die Devil's Crown (= Vulkankrater): Haie, Rochen, Seeloewen, fischende Blaufusstoelpel, bunte Fische
- Mittags liegt ein fauler Seeloewe (die ab jetzt nur noch Meeresfaultiere heissen sollten) stundenlang auf unserem Schiff herum und sonnt sich.
- am Nachmittag besuchten wir die Post Office Bay - dort kann man Postkarten etc. einlagern, die dann von Touristen, die in der Naehe des Empfaengers wohnen, mitgenommen und abgegeben werden - und kletterten in einen stockdunklen Lavatunnel
- zur Abkuehlung wurde wieder geschnorchelt, diesmal entdeckten wir Meeresschildkroeten, und ein sehr neugierige Seeloewe spielte mindestens 20 Minuten mit Norman und mir
- Abends gab´s vom Kuechenchef einen sensationellen Schokokuchen, und die Reisegruppe sass gemeinschatlich mit Bier/Cocktails etc. die halbe Nacht an Deck

Tag 4
- 2stuendige Wanderung ueber Espanola /Punta Suarez, wo wir hunderte von bruetenden Albatrossen, balztanzenden Blaufusstoelpeln (mitten auf dem Weg), Nazca-Toelpeln, natuerlich die unvermeidlichen Seeloewen, Meerechsen und anderes Getier beobachten konnten, ausserdem ein spektakulaeres "Blowhole", durch welches die Wellen geysirartig hochgespritzt werden
- am Nachmittag zeigte Willow uns seinen Lieblingsstrand: Gardner Bay / Espanola. Hunderte Meter weisser Sand, pipiwarmes Wasser, keine Menschenseele weit und breit - ausser natuerlich wie immer Seeloewe an Seeloewe, die sich aber von unseren Schnorchel- und Tauchspielchen unbeeindruckt zeigten.
Im Wasser entdeckten wir einige (angeblich ungefaehrliche) Haie, Schildkroeten, Rochen, ..., und konnten v.a. feststellen, dass halbwuechsige Seeloewen ein Lieblingsspiel haben: direkt an den Strand legen und von jeder Welle zuerst an den Strand und dann wieder ins Wasser gerollt werden - stundenlang! Die Voegel sind genauso unerschrocken (allen voran die Galapagos-Drossel), die einem wahrscheinlich ueber die Fuesse laufen wuerden, wenn man nicht aufpasst.
- letzter Abend: Cocktails und Verabschiedung von der Crew (Trinkspruch: "Arriba - abajo - al centro - un poco movimiento - al dentro"), feines Essen und gemuetliches Sitzen an Deck

Tag 5
- ein letztes Fruehstueck, packen und Abschied von "XAVIER III"
- Anlegen auf San Cristobal, Besuch des "Interpretacion Centre" mit der Geschichte der Galápagos-Inseln
- noch ein bisschen bummeln, Fruchtsaft trinken, E-Mail-Adressen austauschen, und schon geht´s zum Flughafen in San Cristobal
- Abschied von Willow, und knapp 2 Stunden spaeter sind wir schon wieder in Quito

Fazit: ein teurer Spass, so ein Galapagos-Trip - aber in jedem Fall lohnenswert!!! Besonders toll war v.a. unser Guide Willow, der auf alle unsere (unzaehligen) Fragen eine Antwort wusste - wenn diese auch manchmal so ausfiel: "Du, Willow, ich hab beim Schnorcheln eben einen Rochen gesehen, ist der giftig?" - "Na klar, und besonders gerne isst der kleine Touristen - hahaha" :-)
Die Insel-Organisation funktioniert grossartig, man trifft wirklich nirgendwo auf andere Boote oder Touristen, das ist vorbildlich, und macht die Reise unvergesslich!

7.5.09

Galápagos (06.05.09)

Kurz noch die aktuellste Info: heute morgen (Mittwoch) sind wir in aller Herrgottsfruehe (wir mussten sogar ueber die Hostelmauer klettern, da das Tor noch nicht aufgeschlossen war!) auf die Galápagos-Inseln geflogen! Zunaechst nach Santa Cruz, wo wir uns mit unserer "Reisegruppe" (= 8 Mitreisende) trafen und zu unserem Boot bugsiert wurden, auf dem wir die nachsten 5 Tage herumschippern werden. Als erstes waren wir heute den ganzen Nachmittag in der Charles-Darwin-Station, wo wir die Riesenschildkroeten - unter anderem den beruehmten "Lonesome George" bewunderten. Ganz grosses Kino!
Es ist unfassbar heiss hier, und auf dem Schiff gab's schon ein paar Seekranke, da bin ich sehr gespannt, wie sich der Seegang entwickelt. Auf jeden Fall sitzen einfach so auf dem Schiff Unmengen Pelikane, Fregattvoegel und anderes Getier herum, das sich auch gar nicht von den knipsenden Passagieren stoeren laesst!

Quito (02.-05.05.09)

So, nun sind wir schon ein paar Tage in Ecuador, und es wird Zeit, die ersten Eindruecke zu posten :-)
Die allergroesste Ueberraschung war an sich zunaechst einmal der Hinflug, denn anders als erwartet wurden wir nicht nach Quito, sondern nach Guayaquil befoerdert, denn in Quito tobte wohl ein Sturm.
Die Aufregung war gross, aber irgendwie hat es die Fluggesellschaft noch geschafft, uns gestrandete Passagiere mit einer Chartermaschine Stunden spaeter nach Quito zu fliegen, wo wir abends gegen 23 Uhr landeten - nach ueber 24 Stunden Reise natuerlich total kaputt.
Und wer nahm uns am Ausgang in Empfang: der Ollie!!! Unerwartet, aber sehr, sehr erfreulich! Und er bugsierte uns auch ohne viel Federlesen in ein Taxi und brachte uns zu unserem Hostel, wo wir erst einmal in todesaehnlichen Schlaf fielen...
Ach ja: unsere Rucksaecke wogen uebrigens jeweils ca. 12 kg - Rekord!
Am naechsten Morgen holte uns Ollie ab, und wir starteten einen ersten Rundgang durch Quitos Altstadt, die sonntags fuer Autos gesperrt und dementsprechend malerisch ist. Ollie fuehrte uns auch gleich Ecuadors Spezialitaet vor: frisch gepresste/gemixte Saefte aller Art, die man fuer wenig Geld eigentlich ueberall bekommt. Eine halbe Stunde vor Schliessung duesten wir noch flugs ins Nationalmuseum, wo wir sogar kostenlos hineindurften und uns im Schnelldurchgang durch Ecuadors Geschichte gearbeitet haben ;-)
Montags fuhren wir mit der TeleferiQo auf halb auf den Vulkan Pichincha (die Seilbahn faehrt bis 4.100 m), dort spazierten wir noch ein wenig den Sattel hinauf auf knapp 4.300 m - da wird die Luft doch ganz schoen duenn!!! Dank dem herrlichen Wetter hatten wir einen tollen Blick auf Quito und auch eine ordentliche Portion Sonne abbekommen. Am Nachmittag haben wir auf Ollies Empfehlung hin noch das Museum Guayasamín (Ecuadors bekanntester zeitgenoessischer Maler) besichtigt, dessen Bilder uns sehr beeindruckt haben.
Und am Dienstag ging's mit dem Bus zum "Mitad del Mundo", also dem Aequator - ca. 22 km noerdlich von Quito. Die Busfahrt dorthin dauert ca. 1 Stunde und kostet pro Person umgerechnet sagenhafte 10 Cent! Der Aequator entpuppte sich tatsaechlich als rote Linie auf dem Boden, und aussenherum war ein grosses Brimborium mit Ethnologischem Museum und diversen Laeden etc. Allerdings war ca. 200 m weiter im Museum Inti Nan zu lernen, dass genau dort nach neuester GPS-Berechnung der Aequator sein soll, was auch bei einer sehr netten Fuehrung anhand diverser Spielchen unter Beweis gestellt wurde - z.B. mit dem Wasserablauf-Test (im bzw. gegen den Uhrzeigersinn). Ob das alles so stimmt, sei dahingestellt, auf jeden Fall war's sehr unterhaltsam!
Den Nachmittag haben wir auf Quitos Plaza Grande zugebracht, wo wir zufaellig noch einmal den Ollie getroffen haben und uns so von ihm verabschieden konnten.

Das erste Fazit: Quito macht sehr viel Spass, ist eine tolle Stadt, die Leute sind supernett und reagieren auch auf unser doch recht rudimentaeres Spanisch geduldig und hilfsbereit. Die oeffentlichen Verkehrsmittel funktionieren tadellos, das Essen ist prima, gefaehrlich ist's wohl nur abends auf den Strassen (daher sollte man nach Einbruch der Dunkelheit nur noch Taxi fahren), und die Lage auf 2.800 m inmitten noch viel, viel hoeherer Berge ist traumhaft!

30.4.09

Hasta la vista nach München / Bienvenidos an die Blogleser!

Tja, beim letzten Blogeintrag waren's noch 105 Tage, und jetzt ist es schon fast soweit:
nach vollgestopften Wochenenden (Potsdam / Skiurlaub in den Dolomiten / Klettern am Gardasee / Abschiedsparty...) haben wir es tatsächlich geschafft

- den Kühlschrank leer zu futtern
- uns gegen Gelbfieber u.a. impfen zu lassen
- das nötige Equipment (Regenhüllen für die Rucksäcke, Medikamente, Reiselektüre...) zu besorgen
- unsere Hausschlüssel an vertrauenswürdige Personen zu verteilen
- die Kollegen nicht im totalen Chaos zurückzulassen
- uns ordentlich von allen unseren Lieben zu verabschieden
- und hoffentlich noch unsere Rucksäcke so zu packen, dass sie noch bewegt werden können

Daher können wir ganz beruhigt am Samstag morgen um 5 Uhr in Richtung Flughafen aufbrechen.
Dort wird uns die Iberia bzw. LAN über Madrid nach Quito bringen. Unser Abholservice durch Ollie ist leider kurzfristig ausgefallen (liegt an den hübschen Ecuadorianerinnen), und so werden wir uns auf eigene Faust auf den Weg zu unserem im voraus reservierten Hostel "El Cafécito" machen.

Ich denke, dass die ersten paar Tage damit zubringen werden, uns an die Höhe zu gewöhnen (Quito liegt auf über 2.800 m), den Jetlag zu überwinden, die Stadt zu besichtigen und unseren Galápagos-Trip zu buchen. Denn das ist Station Nr. 2! Und auf den Kollegen links freu' ich mich ganz besonders!

Vielen Dank und liebe Grüße an alle Helferlein, an unsere Abschiedsparty-Gäste, an die lieben Kollegen, an die Wohnungshüter, und wir freuen uns über viele Kommentare auf diesem Blog, über Mails und natürlich auf ein Wiedersehen im Juli!

Norman & Nadine

PS: Unsere Reisereoute könnt Ihr auf der Googlemaps-Karte auf der rechten Seite mitverfolgen!

13.1.09

noch 105x schlafen...

... und dann geht's wieder los mit dem Rucksack auf große Reise.

Ziel 2009:
Südamerika, konkret:
Equador
Peru
Bolivien
Chile
und zwar vom 2. 5. - 24.6.

Dank großzügiger Chefs und Kollegen bekommen Norman und ich nämlich seeeehr lange Urlaub, und deshalb wollen wir uns dieses Mal nach Südamerika wagen und die Anden erkunden.
Bin schon sehr gespannt und muss noch viel organisieren :-)

2.1.09

Besuch beim Papst

Leicht verspätet, aber immer noch eine Meldung wert:
Da ich ja bekanntlich zur Spezies der "Geburtstagsflüchter" gehöre, habe ich meinen Ehrentag auch diesmal außer Landes, dafür aber in Begleitung meiner "Liebsten" (= Katrin aka Miss Mad, Andi aka Poly Brillance und natürlich Norman) verbracht.

Allerdings breite ich über unseren genauen Erlebnisse das Tuch des Schweigens (ich sage nur: geheime Mission!) - einen kleinen Eindruck soll die von mir im Vorfeld an die Reisegruppe verschickte Mail dienen:

Liebe Reisegruppe,
gestern war der Papst noch in der Tagesschau, und in wenigen Tagen können wir ihn schon live bewundern - so ist das als Weltenbummler.

Und nachdem Daniel Craig ja m.E. nicht die Ansprüche eines Geheimagenten erfüllt, sollten wir dringend wieder in geheimer Mission unterwegs sein, um ihm Vorbild in Stil, Klasse und vernünftigen Umgang mit Alkohol zu sein.

Folgende Reiseinformationen hat Ihnen Ihre freundliche, kompetente und stets mit "Sehr gern" antwortende Reiseleiterin Petty Coat zusammengestellt:

Team 1 ("Die Guten") reist folgendermaßen an: - Abflug am Samstag um 15.20 Uhr in München, d.h. um 13 Uhr ist Abfahrt mit der MVV im Hause Dietl / Augst - Ankunft ist um 16.50 Uhr in Rom (Flughafen Fiumicino, aka Leonarda da Vinci, Flugnummer LH 3862, Terminal B)
Miss Mads ("Die Böse") Anreise , soweit ich richtig informiert bin: - Ankunft am Samstag um 15.40 Uhr in Rom (wohl am gleichen Flughafen?!)
--> Treffpunkt der Reisegruppe also am Flughafen Fiumicino (wohl Terminal B)
@ Katrin, nimmst Du uns in Empfang? Gerne mit Rosen und einem hübschen Abholer-Schild in der Hand.

Wir können dann noch direkt am Flughafen ein kleines Kennenlernspiel veranstalten oder wir singen schon mal ein Halleluja (siehe unten), das sehen wir dann.
Auf jeden Fall gehts dann per Bahn oder per Taxi Richtung Zentrum, und wir beziehen unser schnuckeliges Apartment, nämlich dieses in perfekter Lage (= Via del Governo vecchio!) und vor allem einem DVD-Player (d.h. viele, viele Folgen "Switch" zum Einschlafen)...

Das weitere Programm kann dann in Absprache mit der Reiseleiterin individuell auf die eigenen Wünsche abgestimmt werden - nicht zur Diskussion stehen: Pizza essen, Wein trinken bei jeder sich bietenden Gelegenheit, den Papst besuchen und Souvenirshopping im Vatikan. Die Abreise erfolgt wieder getrennt:
- Norman fliegt voraussichtlich bereits Sonntag abend ab
- Katrin verlässt die Stadt wohl ohne Heiligsprechung am Montag um 16.15 Uhr in Richtung Stuttgart
- Poly (aka der neue "Bachelor"!) und Petty geleiten Miss Mad zum Flughafen und lassen sich von der Lusthansa (kein Tippfehler) um 17:30 Uhr und ggf. mit Alkoholgenuss an Bord nach München bringen.

So geht das.
Fragen? Anmerkungen? Vorschläge?
Ich bin im Besitz eines sehr brauchbaren Rom-Reiseführers (natürlich der gute Vis-à-Vis!), empfehle aber auch die Lektüre von "Illuminati" (Dan Brown) im Vorfeld - weitere Führer werden dankbar entgegengenommen, denn F. kann man ja nie genug haben.
Außerdem - kleine Hausaufgabe! - sollte natürlich jeder mindestens den Rosenkranz aufsagen können (auch rückwärts!) sowie auf Abfrage eine Auswahl aus dem katholischen Gesangsbuch zum Besten geben können, das hebt nämlich ungemein die Stimmung.

Ach so, das wichtigste: GESCHENKE FÜR MICH!!!!!!!!!!!!! Ohne werdet Ihr direkt zur Hölle fahren, bestimmt! Das lässt sich sicher direkt vor Ort regeln!

In heller Vorfreude und einem "Gott segne Euch",

Nadine

26.10.08

Langeweile oder Die Heimreise

Am Freitag verschieden wir uns bei einem letzten Bad im Meer und einem letztmaligen Rucksackpacken (der immer noch erstaunlich leicht und leer ist) von unserer Unterkunft auf Phu Quoc, und der Resort-eigene Minibus bringt uns zum winzigen Flughafen der Insel.
Dort wird Norman direkt nach der Gepäckaufgabe über Lautsprecher ausgerufen und muss aus seinem Rucksack die zwei Flaschen Fischsauce entfernen. Da haben wir unserem Reiseführer, in dem steht, dass Vietnam Airlines keine Fischsauce befördert, einfach keinen Glauben geschenkt und wurden eines Besseren belehrt. Schade, zwei Mitbringsel weniger.
Am Flughafen treffen wir wieder einmal bekannte Gesichter - wie schon so oft während der dreiwöchigen Reise. Vietnam ist eben kein allzu großes Land, und die Reiseziele lassen wenig Überraschungen zu, so dass wir immer wieder Leute treffen, die wir schon woanders gesehen haben.
Mit einer Propellermaschine fliegen wir in einer guten Stunde über das überschwemmte Mekongdelta zurück nach Ho Chi Minh City, schnappen unser Gepäck und treffen die blödeste Entscheidung des Urlaubs: unser Anschlussflug nach Frankfurt geht 8 Stunden später, und wir entscheiden uns in der Hoffnung auf einen mit Internetcafés, Geschäften und Zeitungsläden (ich habe nämlich nichts (!!!!!!) mehr zu lesen für den Heimflug) ausgestatteten Flughafen, die nächsten Stunden eben dort zu verbringen. Wir sind nämlich ein wenig zu geizig für eine Taxifahrt in die City von Saigon und wissen eh nicht so recht, wie und wo wir dort noch die Zeit totschlagen sollen.
Bei der Passkontrolle weist uns der Beamte, der unsere Pässe kontrolliert, noch daraufhin, dass es "many time" bis zu unserem Abflug sei, und dass wir nach der Passkontrolle auch den Flughafen nicht mehr verlassen dürfen, aber wir sind noch guter Dinge.
Erst einmal stärken wir uns, beginnen dann den Bummel durch den Flughafen und stellen nach kurzer, sehr kurzer Zeit fest, dass es weder Internet (ja, WiFi gibt's schon, aber keine öffentlich benutzbaren Computer) noch besonders viele Geschäfte noch einen Buch- oder Zeitungsladen gibt. Und es sind immer noch sieben Stunden bis zum Abflug...
Wir shoppen also ausgiebig Alkohol und Parfüm, versuchen, uns in die Businesslounge zu schmuggeln (ergebnislos) und vertreiben uns die Zeit mit Kartenspielen, Biertrinken und Herumlungern. Selbst unsere letzten Postkarten werden wir nicht los, da es auch keinen Briefkasten gibt, aber ein netter Zollbeamter erklärt sich bereit, die Postkarten ausserhalb einzuwerfen. Mal sehen, ob die ankommen.
Endlich, endlich ist es 23 Uhr und wir können an Bord - vor uns liegen 11 h 30 m Flugzeit mit dem gleichen Filmprogramm wie beim Hinflug, dem ähnlich schlechten Essen in der komplett überheizten Maschine. Und ich habe immer noch nichts zu lesen!
Aber irgendwie kriegen wir mit "Indiana Jones 4", schlafen, Kinderfilme gucken und die Fluganzeige hypnotisieren auch die Zeit rum und landen um 6.30 Uhr pünktlich in Frankfurt.
Auch die letzten Hindernisse (Warten aufs Gepäck und Warten auf den Zubringerbus zum Parkplatz) überstehen wir irgendwie, genauso wie die dreieinhalbstündige Autofahrt nach München. Wir sind wieder daheim, und jetzt heissts akklimatisieren (Saukalt ist's!!!!), Jetlag überwinden und Wäsche waschen.

Jetzt fehlt noch das Fazit, oder?
Also: Vietnam war sehr beeindruckend, und ich denke, dass wir in den gut drei Wochen auch wirklich die wichtigsten Dinge gesehen und erlebt haben, die man dort so mitnehmen sollte. Die
Leute sind wirklich sehr freundlich und lang nicht so schlitzohrig und aufs Geld aus wie in Indien. Die Hitze im Oktober haben wir ein wenig unterschätzt, ebenso die auf Kühltruhe eingestellten Klimaanlagen. Mit einem Sleeper-Bus werde ich wohl nicht mehr fahren, ebenso wenig wie zu dritt auf einem Motorroller. Wir waren nicht einmal krank, obwohl wir so ziemlich alles gegessen/getrunken haben, was man so zu sich nehmen kann (inkl. Eiswürfel und Leitungswasser zum Zähneputzen). Die Halong-Bucht, Sa Pa und Phu Quoc haben mir am Besten gefallen, Nha Trang am wenigsten (abgesehen vom Tauchkurs dort!), Schnorcheln ist meine neue Leidenschaft, und wie immer bin ich begeistert, mit wie wenig Gepäck man auskommen kann (12 kg wog der Rucksack bei der Heimreise).
Trotz allem: Im Vergleich schneidet Indien trotz all seiner negativen Seiten besser ab, da die Eindrücke dort einfach viel tiefgreifender und der "Kulturschock" einfach größer war.

25.10.08

Inselträume auf Phu Quoc

An unserem zweiten Tag auf Phu Quoc stellen wir recht schnell fest, warum wir unseren Bungalow so günstig bekamen, denn auf Phu Quoc ist Ende Oktober nicht nur keine Vorsaison, sondern praktisch überhaupt keine Saison... Die Strände und v.a. Resorts und Restaurants sind verlassen, und so freuen sich die Hotelbetreiber über jeden Gast, der während der Regenzeit, die bis Ende Oktober dauert, bei ihnen eincheckt.
Und tatsächlich sollte es in den kommenden 5 Tagen, die wir auf der Insel verbrachten, immer mal wieder mehr oder minder heftig regnen und gewittern, aber das tut weder der Luft- noch der Wassertemperatur irgendeinen Abbruch, so dass uns das nicht stört. Und vor allem die heftigen Gewitter mit ihren Blitzen sorgen für spektakuläre Anblicke auf dem nächtlichen Meer!
Dort kann man ab Einbruch der Dunkelheit eine wahre Armada von Fischerbooten erblicken, die mit ihren Sichtscheinwerfer auch noch zu sehen sind, obwohl sie hinter dem Horizont liegen.
Sie sind der Grund für die unglaublich günstigen Fische und Meeresfrüchte - ich habe in meinem ganzen Leben wohl noch nie soviel Tintenfisch gegessen wie in diesen fünf Tagen!
Wir vertreiben uns die Zeit mit Herumliegen am Strand oder im Wasser, Krebs- und Geckobeobachtungen, Motorroller-Ausflügen nach Duong Dong (immer auf der Suche nach der Fischsaucenfabrik), "Wer/Was bin ich?"- und Rommé-Spielen, Massagen, Kokosnuss-Schlürfen und der Suche nach dem besten Essen (schwierig, siehe oben).
Außerdem gönnen wir uns einen weiteren Schnorchel-Ausflug, bei dem uns (4 Touristenpärchen) eine Flotte vietnamesischer Jungs mit dem Kutter einen ganzen Tag lang zu Korallenriffen und einsamen Stränden fährt und uns aufs Fantastischste bekocht und unterhält (Angeln inklusive). Das Schnorcheln ist wieder fantastisch, die Fische sind zauberhaft bunt, die Korallen sehen aus wie ein Zauberwald, und diesmal werde ich auch nicht gebissen, sondern nur von Fischschwärmen umschwommen. Am Nachmittag überrascht uns auf See leider wieder ein heftiger Monsunanfall, aber nass sind wir ja eh schon, und wirklich kalt wirds auch bei Regen nicht.
Abends gönnen wir uns immer vor dem Abendessen einen kleinen selbstgemixten Drink, der sogar meistens kühl aus unserem Kühlschrank kommt, trotz des täglichen Stromausfalls, der von ca. 8.30-17.30 Uhr andauert und ab und zu auch mal nachts eintritt.
Da dies die einzige Widrigkeit bei unserem Inselaufenthalt darstellt, sind wir sehr entspannt und sehen wir der vor uns liegenden Heimreise (noch) gelassen entgegen...

20.10.08

Rach Gia / Phu Quoc

Nachdem das Hotel in Rach Gia, einem Ort, der eh nicht besonders sehenswert ist, nicht wirklich toll war, verliessen wir unser Zimmer schon um halb sieben und liessen uns zum Faehrhafen bringen, da dort - laut Reisefuehrer - morgens die ganzen Faehren nach Phu Quoc ablegen sollten.

Weit gefehlt. Erstens war Sonntag, und es war kein einziger Ticketschalter geoeffnet. Zum Zweiten legte nur eine einzige Faehre ab, und die war schon restlos ausverkauft. Zum Dritten hiess es zunaechst, dass am Sonntag zwar noch ein einziges anderes Boot mittags fahren sollte, es dafuer aber auch keine Karten mehr gaebe. Da noch eine Nacht in dieser haesslichen Stadt zu bleiben absolut nicht in Frage kam, ueberlegten wir fieberhaft hin und her, was wir nun anstellen sollten. Ploetzlich tauchten ein paar vietnamesische Herren auf und versuchten uns, ueberteuerte Karten fuer die Mittagsfaehre anzudrehen. Wir waren uns aber nicht sicher, ob diese gueltig waren, und ueberlegten, ob wir uns auf das Geschäft einlassen sollten... Ein schottisches Paerchen, Bridget und Bob, waren in der gleichen Lage wie wir, und wir beratschlagten erst einmal eine Weile, bevor wir uns nach weiteren vergeblichen Ticketkauf-Versuchen in der brütend heissen Sonne entschlossen, das Risiko einzugehen, die Karten zu kaufen und das wirklich unschöne Rach Gia zu verlassen.
Und siehe da: es klappte alles, und wir durften ohne Probleme auf die komplett ausverkaufte Fähre, die uns in einer dreistündigen Fahrt, in der wir mal wieder dank Klimanlage komplett tiefgekühlt und gleichzeitig über eine große Leinwand mit vietnamesischen Sketchshows in ohrenbetäubender Lautstärke unterhalten wurden.
Auf Phu Quoc dann erst einmal das übliche Spiessrutenlaufen: kaum verlässt man die Fähre, quatschen einen zig Leute an, die einem Hotels, Taxi-/Busfahrten oder sonstige Dinge andrehen wollen. Da hilft nur: Ohren abschalten, stur geradeaus schauen und einfach zügig weiterlaufen.
Einer der Kleinbusfahrer hatte dann aber natürlich doch Erfolg, und wir liessen uns in holpriger Fahrt über rote Sandpisten ins Resort "Tropicana" bringen.
Dort bekamen wir einen sehr hübschen Bungalow mit Terrasse und Meerblick für einen Superpreis, konnten noch ins wieder mal lauwarme Meer hüpfen (diesmal: der Golf von Thailand) und einen Drink und ein leckeres Abendessen geniessen, bevor wir unters Mückennetz schlüpften...

Vinh Long/Mekong-Delta

Von Saigon aus fuhren wir am naechsten Morgen mit einem privaten Busunternehmen in einem Kleinbus in knapp drei Stunden (mit dem rasantesten Fahrer der Welt) nach Vinh Long, einer groesseren Stadt im Mekong-Delta, wo wir einen Aufenthalt in einer Privatunterkunft sowie eine Rundtour durchs Delta buchten.
Nach dem Mittagessen, bei dem Norman Froschschenkel probierte (eher unspektakulaer) gings mit dem Boot also zu "unserer" Gastfamilie, die ein sehr grossen Haus direkt an einem Flussarm hatten und uns und ein anderes Touri-Paerchen herzlich aufnahmen. Den gesamten Nachmittag verbrachten wir faul in den Haengematten auf der Veranda, lesend, und ein bisschen spazierengehend, aber zum Bewegen war's mal wieder viel zu heiss.
Das Abendessen war ein Highlight: erst einmal waren es riesige Mengen an Essen - Suppe, Fruehlingsrollen, Fleisch, Reis, Tiger Prawns, ein ganzer Fisch... Zum anderen war das Essen aufs Zauberhafteste mit Maennchen aus Kartoffeln/Gurken dekoriert, die in einem Gurkenboot ruderten, mit der Angel einen Fisch fingen oder Reis herumtrugen.
Zu unserem Glueck gab's auch in der Gastfamilie kaltes Bier, und so konnten wir, umgeben von riesigen Kaefern, noch eine Runde "Stadt, Land, Fluss" spielen, bevor wir unters Moskitonetz krochen.
Wir wurden wegen der Hitze wie immer recht frueh wach, bekamen ein tolles Fruehstueck und wurden um kurz vor acht von einem sehr netten Bootsfahrer und seiner ganz arg suessen ca. 8jaehrigen Tochter (beide des Englischen leider nicht maechtig) zur Rundtour abgeholt.
Sie duesten mit uns zum Schwimmenden Markt (dort bieten Grosshaendler ihre Waren - Ananas, Bambus, Zuckerrohr, Reis... - mitten im Wasser von Booten aus an, und die Kaeufer duesen dazwischen mit kleineren Booten herum), anschliessend zu einer Suessigkeitenfabrik, wo Puffreis, Kokoskaramel, Reispapier und andere Sachen in sehr, naja, "rustikaler" Atmosphaere angefertigt werden. Unsere junge Begleiterin strahlte uns die ganze Zeit an und wich dabei nicht von unserer Seite.
Die naechste Station war ein recht herrschaftliches, ehemaliges chinesisches Haus, wo uns eine Musik-/Tanzvorfuehrung erwartete und uns vor allem sehr seltsames Obst (Rambutan, viet. "Chom Chom" und Longan, viet. "Nanh") serviert wurde. Dank unserer kompeteten jungen Reisebegleiterin konnten wir alles unfallfrei probieren und mit unserem Reisefuehrer auch namentlich zuordnen.
Der naechste Stopp war ein Bonsai-Garten, in dem dazugehoerigen Restaurant gab's allerhand (lebende) Tiere zu bewundern (riesige Fische, Kobras, Garnelen, Huehner...) und wieder Obst (diesmal: Drachenfrucht und vietnamesische Grapefruit). Wir wurden dann noch fuer 20 Minuten in ein sehr kleines Boot verfrachtet, mit Kegelhueten ausgestattet und einen kleineren Kanal entlanggerudert, als es zu regnen anfing. "Unser" Bootsfuehrer sammelte uns aber rechtzeitig ein, bevor mal wieder ein Monsun-Regen herniederprasselte, und brachte uns wieder nach Vinh Long zurueck.
Wir liessen uns per Taxi zum Busbahnhof bringen, und verbrachten die Wartezeit bis zum naechsten Bus nach Rach Gia zuerst nudelsuppeessend in einer recht siffigen Kneipe, in der wohl noch nie ein Europaer war, und probierten dann noch einen sehr widerwaertigen Kaffee in der Kneipe nebenan, bevor wir dann noch 90 Minuten am Busbahnhof warteten. Dort konnte man wenigstens die Unmengen Geckos beobachten, die an der Haeuserwand hingen.
Endlich kam der Kleinbus, und wir fuhren mit 14 Mitreisenden (davon einer dauerkotzenden Dame) auf Rumpelfahrt 2 Stunden lang nach Can Tho.
Dort wurden wir wieder auf die Wartebaenke gesetzt, wo wir eine Weile das Chaos und die Geckos beobachten konnten, bevors mit dem naechsten Kleinbus noch einmal 3 Stunden lang nach Rach Gia ging - so gehopst bin ich selten beim Autofahren!
Um halb neun Uhr abends konnten wir endlich im recht muffigen Hotelzimmer einchecken und gingen ins einzige umliegende Restaurant - nur von Vietnamesen frequentiert, d.h. Plastikkinderstuehle, Kakerlaken und Essensreste auf dem Boden, das Ganze einfach auf dem Buergersteig. Nichtsdestotrotz wagten wir uns an Huehnchen und Muscheln, gekroent von Unmengen Bier (das hilft, die Kaefer zu ignorieren!), und speisten so billig wie wohl noch nie.